Schleiereulen kehren nach 35 Jahren zurück

Ein Brutkasten am Bauhof bietet seit Jahrzehnten ein Zuhause für verschiedene Vogelarten

Fünf junge Schleiereulen im Nest

Seit rund 40 Jahren befindet sich im Speicher des Bauhofs Mörsch ein Schleiereulen-Nistkasten, der seinerzeit von NABU angebracht wurde. Was zunächst als einfache Nisthilfe gedacht war, hat sich im Laufe der Jahrzehnte als idealer Brutplatz erwiesen – und bietet bis heute immer wieder verschiedenen Vogelarten einen geschützten Ort für die Aufzucht ihrer Jungen.

In den vergangenen 40 Jahren hat der Nistkasten eine wechselvolle Geschichte erlebt. Bereits ab 1980 wurde er einige Jahre von Turmfalken genutzt. Später zogen Tauben ein und machten den Kasten zu ihrem Brutplatz. Vor etwa acht Jahren wurden sie von Dohlen vertrieben, die den Nistkasten anschließend ebenfalls über mehrere Jahre hinweg zur Aufzucht ihres Nachwuchses nutzten.Jürgen Imdieke, Mitarbeiter im Stadtbetrieb Rheinstetten, freut sich nun über die Rückkehr der eigentlichen Bewohner: „Seit Herbst 2024 sind wieder Schleiereulen im Nistkasten zu beobachten.“ Bereits im Jahr 2025 sei es nach rund 35 Jahren erstmals wieder zu einer erfolgreichen Schleiereulenbrut gekommen. Und auch in diesem Jahr gäbe es erneut Grund zur Freude: Die Schleiereulen hätten gerade ihre zweite Brut begonnen.Dass es dazu gekommen ist, ist keine Selbstverständlichkeit. Schleiereulen sind auf ein ausreichendes Nahrungsangebot angewiesen. Herrscht – wie in einem sogenannten guten Mäusejahr – reichlich Beute, können Schleiereulen sogar zwei Bruten im Jahr großziehen. Dabei können pro Brut bis zu acht Jungvögel aufgezogen werden.Die Schleiereule gehört zu den klassischen Kulturfolgern. Seit Jahrhunderten lebt sie eng mit dem Menschen zusammen und nutzt bevorzugt Gebäude wie Scheunen, Dachböden und andere ruhige Bereiche in Dörfern als Brutplatz. Gerade deshalb sind geeignete Nistmöglichkeiten von großer Bedeutung für den Erhalt dieser faszinierenden Eulenart.Der Nistkasten im Speicher des Bauhofs Mörsch zeigt eindrucksvoll, welchen Wert solche geschützten Brutplätze haben können. Über Jahrzehnte hinweg wurde er von unterschiedlichen Vogelarten angenommen – und nun ist nach langer Pause die Schleiereule zurückgekehrt.Die Rückkehr nach 35 Jahren ist damit nicht nur eine schöne Nachricht für den Naturschutz, sondern auch ein eindrucksvolles Zeichen dafür, dass sich Geduld und der Erhalt geeigneter Lebensräume auszahlen. 

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