Hier stehe ich

Stadt Rheinstetten und Seniorenbeirat laden Alois Walter zur Autorenlesung

Alois Walter auf der Bühne und Publikum

Der in Rheinstetten geborene Autor Alois Walter saß vergangene Woche vor großem Publikum auf einer kleinen Bühne im Bürgerhaus in der Neuen Stadtmitte. Mit „Hier stehe ich“ erzählte er die Geschichte einer 500 Jahre alten Eiche. Und mit „hier“ war ein historisch ereignisreicher Ort im Südwesten Deutschlands gemeint.

„Das ist hier fast wie bei einem Klassentreffen“, begrüßte Ingrid Sies vom Seniorenbeirat die vielen Zuhörer/-innen. „Fehlt nur noch unser Deutschlehrer!“ Prompt spazierte Herr Rösel durch die Tür und wurde mit einem herzlichen Applaus empfangen.

Und so erzählte Alois Walter seinem Lehrer, seinen Klassenkamerad/-innen und anderen Gästen die Geschichte der alten Eiche. Nein – eigentlich erzählte die Eiche selbst, denn aus ihrer Sicht wurden die vergangenen 500 Jahre beleuchtet: Bauernkrieg, 30-jähriger Krieg, Pfälzischer Erbfolgekrieg, Napoleonische Kriege, beginnende Industrialisierung und so manch anderes Elend gab sie zum Besten, alles von Tieren gehört, die die Eiche in all den Jahren besuchten. „Ich sah zu viele Kriege“, erzählte sie. Und so verlor sie über die Jahrhunderte hinweg den Glauben an das Gute im Menschen. „Der Mensch entscheidet mit Gier, Neid, Eifersucht und Boshaftigkeit. Er wird zur Bestie und ich war zum Zusehen verdammt.“ Gemeinsam kam man zum Schluss, dass man „eigentlich die Spezies Mensch nicht gebraucht hätte.“

Die einzelnen Kapitel wurden durch musikalische Zwischenspiele unterbrochen, die Alois Walter stets gekonnt mit verschiedenen Instrumenten wiedergab. Auch über die Entstehung des Buches berichtete er: Die Recherchen hätten sich über viele Jahre hingezogen, sogar Geschichtsinstitute in Paris hätte er dazu besucht, weil „vieles hier in der Gegend einfach lange Zeit französisch war“.

Am Ende seines Vortrages erntete Alois Walter nicht nur von seinem Deutschlehrer anhaltenden Applaus – das gesamte Publikum war sichtlich angetan. Und so schloss Brigitta Reger den unterhaltsamen Abend mit den Worten: „Vielen Dank, dass wir die alte Eiche begleiten durften.“

(Erstellt am 04. November 2026)

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