Ziel für Neue Mitte lautet „beste Qualität“

| Stadtentwicklungskonzeption-Stadtmitte


Gemeinderat weist Investoren Baufelder zu

Lärmschutzwand Rheinstetten mit Graffitischriftzug Rheinstetten

„Wir gehen heute wieder ein Stück weiter zur Neuen Stadtmitte Rheinstetten“, sagte Oberbürgermeister Sebastian Schrempp am Dienstagabend zu Beginn der nahezu viereinhalbstündigen Sitzung des Gemeinderates zu nur einem Tagesordnungspunkt – eben der Neuen Mitte. Nach Aufstellung des Bebauungsplanes und der Ausschreibung der acht Baufelder hatten sich 82 Investoren/Architekten beworben. In erster Vorauswahl hatte das Bewertungsgremium 37 Bietergemeinschaften fürs weitere Verfahren zugelassen. Aus diesen schlug das Gremium unter Vorsitz von Professor Gerd Gassmann je Baufeld einen Bewerber vor, mit dem dann die Verkaufsverhandlungen geführt werden sollen. Hinzu kam für drei Baufelder ein Nachrücker.

Gassmann machte deutlich, dass „allen Bewerbern nach der Prüfung ein Pflichtenheft für Verbesserungen der Entwürfe mitgegeben“ wurde und das weitere Verfahren jetzt „komplett privatrechtlich regelbar“ sei.

Jetzt musste der Gemeinderat entscheiden, ob alle Vorgeschlagenen für die weiteren Verhandlungen zugelassen werden, was jeweils mehrheitlich – es gab auch Gegenstimmen und Enthaltungen, etwa wegen der vorgeschlagenen Farbgebung oder der vorgesehenen Materialien – erfolgte. Alle Bewerber hatten in der Sitzung jeweils 20 Minuten Zeit, ihr Projekt vorzustellen und Fragen zu beantworten.

Für die zwei großen mit Arkaden versehenen Gebäude der Baufelder A1 und A2 gegenüber dem Zentrum Rösselsbrünnle sind dies ACTIV-Immobilien mit den Architekten Ackermann+Raff. Sie wollen dort am künftigen Marktplatz zum Kreisel hin im Erdgeschoss einen Supermarkt für Edeka mit 2.500 Quadratmetern Verkaufsfläche, Ladenlokale, Tiefgarage und im ersten Obergeschoss Gewerbeflächen sowie in den beiden Geschossen darüber 94 Appartements und Wohnungen schaffen. Im zweiten prägenden Gebäude auf der anderen Seite des Marktplatzes soll ein Drogeriemarkt, eine Bank, Gastronomie mit Außenbereich, Läden und Dienstleistungen (u.a. Ärzte) entstehen, in den Obergeschossen wieder Wohnungen. Eine Besonderheit ist auch das Baufeld B1 von der B36 entlang der Querspange. Hier plant der ASB Region Rheinstetten-Rastatt, so Geschäftsführer Stefan Nagel, zusammen mit Pfeil Projektentwicklung und hasscookzemmrich Architekten einen lang gezogenen dreigeschossigen Bau mit Durchfahrt für 30 Plätze betreutes Wohnen, 90 Pflegeplätze, 15 Plätze Tagespflege sowie Mietwohnungen in den Obergeschossen. In den weiteren Baufeldern ist durch Epple Hausbau mit Architekt Thomas Fabrinsky, LK Projektentwicklung mit Architekten Lieb + Lieb, Harsch Bau mit architectoo Architekten, Volkswohnung mit Arge evaplan und Gilbert Architekten sowie als Nachrücker Tiryaki mit Architekten Blochers Partners Sozial-, Miet- und Eigentumswohnungsbau, sowie im Baufeld B3 an der Lärmschutzwand zur B36 hin zwei Doppelhaushälften und zwölf Reihenhäuser vorgesehen. Soweit, so gut. Nun kam Stimmung auf, denn die ULR hatte durch Gerd Waidner den Antrag gestellt, das Projekt Mehrgenerationenhaus der Rheinstettener Familie Belz mit Zelch-Haus aufzunehmen. Es gab Fürsprecher und Gegner. Architekt Gassmann riet davon ab. Nach ausführlicher Diskussion durfte Martin Belz sein Projekt kurz vorstellen und das Gremium entschied mit 17 Ja-Stimmen und je einer Enthaltung und Gegenstimme, das Projekt Mehrgenerationenwohnen bei den weiteren Verhandlungen zu berücksichtigen, möglichst zusammen mit einem der vorgesehenen Investoren. Ein bestimmtes Baufeld wurde nicht zugewiesen. Zuvor hatte Belz bejaht, er würde auch mit einem anderen Bauträger zusammenarbeiten.

Jetzt wird die Stadt im Auftrag des Gremiums zusammen mit Gassmann und der begleitenden LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE) die Kaufvertragsverhandlungen aufnehmen.(m.f.G.d.BNN)


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