„Schaffer“ über das übliche Maß hinaus


Heinz Lehn beim Gesangverein Freiheit mit der Ehrennadel des Landes geehrt

Verleihung der Landesehrennadel an Heinz Lehn
Strahlende Gesichter nach der Verleihung der Landesehrennadel: OB Sebastian Schrempp mit Maria und Heinz Lehn sowie der ersten Vorsitzenden des GV Freiheit, Emilie Gerstner (v.l.).

Flammende Schals der Damen und rote Krawatten der Herren beim gemeinschaftlichen Auftritt von Freiheit Chor und Freiheit Singers setzen farbige Akzente, als sie unter der Leitung von Solvey Kretschmann mit dem peruanischen „Gloria a Dios“ die Weihnachtsfeier des Gesangvereins Freiheit 1907 feierlich eröffnen.

„Es gibt Tüftler, Käpsele und speziell Schaffer, die anpacken und über das übliche Maß hinaus einen Beitrag zum lebendigen Leben in der Stadt leisten. Wenn der Ministerpräsident das spitzbekommt,“ so Rheinstettens Oberbürgermeister Sebastian Schrempp, selbst „Sangesbruder“, in seiner an launigen Bemerkungen reichen Laudatio, „dann ist wieder einer dieser Tage, wo wir jemand aufs Schild heben können.“ Die Landesehrennadel wird seit 1982, nach einer Idee des damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth, verliehen. Der nun ausgezeichnete Heinz Lehn, seit 1967 dem Verein angehörig, ein Meister der „Schwarzen Kunst“, denn er ist gelernter Buchdrucker, kam über seinen Großvater, der 1907 Gründungsmitglied des Vereins war, zum Chorgesang. Seit fast 40 Jahren ist er mitverantwortlich für die inhaltliche Ausrichtung und, da in beiden Chören Vorsitzender, auch dank seiner hohen sozialen Kompetenz, das ausgleichende Element im Spannungsfeld zwischen Singenden, professioneller Dirigentin und Vorstand. Aber Lehn packt auch Anfang der 90er Jahre tatkräftig mit an, als der Bau des Sängerheimes realisiert wird. Der sportliche 69-Jährige engagiert sich außerdem im Fußballverein, im Heimatverein und hilft seit 25 Jahren seiner Ehefrau Maria, die allwöchentlich für Blumenschmuck in der katholischen Kirche St. Martin sorgt. Im Prüfungsausschuss für das Graphische Gewerbe der Industrie- und Handelskammer vermittelt er sein Fachwissen zum Wohle des Nachwuchses. Ihm obliegt die Organisation des Singbetriebes, bei Auftritten und Festen wie dem Maifest, denn „nicht nur das Singen ist wichtig, sondern auch das Essen.“ Schrempp schließt seine Lobrede – „jetzt kommt die Schulnote!“ – mit einer Liedzeile von Udo Jürgens „Was du bekommst, ist immer das, was du gegeben hast.“ Ob so vieler Worte der Anerkennung dankt Heinz Lehn seinem Laudator und gibt ehrlich zu: „Ich freu mich richtig. Und ich muss grad gucke, dass ich net heul.“ Der Freiheit Chor beschließt in diesem Sinne mit „Freue dich, Welt“ von Georg Friedrich Händel die kurzweilige und würdige Ehrung an diesem Abend, bevor die Weihnachtsfeier fortgeführt wird. (m.f.G.d.BNN)

 


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