Rückblick auf den Vortrag „Das Gedächtnis der Stadt – 25 Jahre Stadtarchiv Rheinstetten“

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Vortrag 25 Jahre Stadtarchiv am 22.10.2020

Der diesjährige Beitrag zur Vortragsreihe des Stadtarchivs befasste sich mit dem Archiv selbst. Statt wie üblich durch einen Referenten oder eine Referentin ein Thema der Orts- oder Regionalgeschichte aufgreifen zu lassen, nutzte Stadtarchivarin Annelie Lauber die Gelegenheit, um einen Rückblick auf die Entwicklung des Stadtarchivs in den vergangenen 25 Jahren seines Bestehens zu werfen sowie seine Aufgaben und Funktionen zu beleuchten. Bereits beim „Tag der Archive 2020“, der schon im März diesen Jahres stattfand, wurde das Thema aufgegriffen, dort wurde in Form einer kleinen Ausstellung darüber informiert.

Trotz der Corona-bedingten Einschränkungen fand eine erfreuliche Anzahl Interessierter den Weg in den Großen Saal im Rösselsbrünnle. Aus aktuellem Anlass griff Annelie Lauber zu Beginn ihres Vortrags das allgegenwärtige Thema der Corona-Pandemie auf und erläuterte an diesem Beispiel, in welchen Unterlagen des Stadtarchivs sich für zukünftige Generationen die Möglichkeit bieten wird, Informationen zu den Auswirkungen der Pandemie hier bei uns in Rheinstetten zu finden. Danach ging Frau Lauber auf die Entstehung des Stadtarchivs vor 25 Jahren ein. Als Folge des 1987 erlassenen Landesarchivgesetzes Baden-Württemberg, in dem die Kommunen zur Führung eigener Archive verpflichtet werden, entschloss sich der Rheinstettener Gemeinderat 1995 zur Einrichtung eines hauptamtlich geführten Archivs. Zunächst auf zwei Jahre befristet wurde dafür die Stelle einer Archivarin/ eines Achivars in den Stellenplan aufgenommen. Im November 1995 konnte die Stelle besetzt und das Archiv im ehemaligen Rathaus in Neuburgweier eingerichtet werden. Im Zuge der Umwandlung des Rathauses Neuburgweier zum PAMINA-Museum im Jahr 2008 musste das Stadtarchiv umziehen und fand mit seinen Verwaltungsräumen eine neue Unterkunft im Rathaus Alte Schule in Forchheim. Große Teile des Archivguts sind allerdings weiterhinin separaten Magazinräumen in anderen Gebäuden der Stadtverwaltung untergebracht. Bereits 1996 verabschiedete der Gemeinderat auch eine Archivsatzung, die zum einen die Zuständigkeiten des Stadtarchivs festlegt und zum anderen die Benutzung der Unterlagen regelt.

Annelie Lauber stellte die Beständegruppen des Stadtarchivs vor und erläuterte, welche Unterlagen auf welchem Weg Eingang in die Bestände des Archivs finden und nach welchen Kriterien über die Archivwürdigkeit von Dokumenten entschieden wird. Mit Beispielen aus der Praxis versuchte sie, dieses Bewertungsverfahren, Kernaufgabe archivarischer Tätigkeiten, für die Zuhörer verständlich darzustellen. In diesem Zusammenhang ging die Archivarin auch ausführlich auf die Problematik der Langzeitarchivierung elektronischer Daten ein, die die Archive vor neue, große Herausforderungen stellt. Da die Benutzung der Archivbestände durch Dritte einen wesentlicher Aspekt öffentlicher Archive darstellt, behandelte Annelie Lauber auch diesen Punkt eingehend und erläuterte die rechtlichen Grundlagen, aufgrund derer die Nutzung von Archivgut erfolgen kann. Mit welchen Fragestellungen man sich an das Archiv wenden und mit welchem Aufwand eine Archivrecherche verbunden sein kann, das versuchte Annelie Lauber wiederum an Praxisbeispielen anschaulich zu vermitteln. Der letzte Schwerpunkt des Vortrags befasste sich dann mit den Aufgaben, die das Archiv auf dem Bereich der historischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wahrnimmt. Neben der sehr intensiven und fruchtbaren Zusammenarbeit der Stadtarchivs mit dem ebenfalls 1995 gegründeten Heimatverein Rheinstetten e.V., versucht das Stadtarchiv auf unterschiedlichen Wegen, die Kenntnis über die lokalen geschichtlichen Ereignisse und Zusammenhänge zu fördern und somit auch einen Beitrag für alle Rheinstettener zur Identifikation mit dem eigenen Lebensmittelpunkt zu leisten. Darüber hinaus ist historisches Geschehen einfacher zu verstehen, wenn man es in seinem eigenen Lebensumfeld nachvollziehen kann. Einen besonderen Schwerpunkt legt das Stadtarchiv in diesem Zusammenhang auf die Durchführung archivpädagogischer Projekte mit den Rheinstettener Schulen.

Mit einem Dank an die Besucherinnen und Besucher für ihr Interesse und einer kurzen Diskussionsrunde endete der Vortrag.

Eine Zusammenfassung der Informationen zum Stadtarchiv ist in der Novemberausgabe des Rundbriefs des Heimatvereins nachzulesen. Der Rundbrief kann im Bürgerbüro oder im Stadtarchiv erworben werden.


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