Rheinstettener Stadtverwaltung will großes Gebiet in Mörsch zum Sanierungsgebiet erklären

| Aus dem Gemeinderat


Bis Mitte September läuft Fragebogenaktion

Speyerer Straße
Häuserbestand wie hier in der Speyererstraße im Stadtteil Mörsch könnte bei einer Aufnahme des Gebiets in das Landessanierungsprogramm möglicherweise in den Genuss von Fördermitteln für eine energetische Sanierung kommen.

Die Zeit drängt: Bis zum 31. Oktober will die Stadt Rheinstetten für das Gebiet „Stadtmitte Mörsch“ einen Antrag für die Aufnahme ins Landessanierungsprogramm stellen. Mit Hilfe des Förderprogramms „Städtebauliche Erneuerung“ sollen nach Absicht der Stadtverwaltung Rheinstetten Projekte verschiedener Art angestoßen werden. Im Blick dabei aus öffentlicher Sicht das Bürger- und Kulturhaus, der Marktplatz, Schaffen von Grünstreifen, der Festplatz Mörsch, das Areal um die Albert-Schweitzer-Schule und die Entwicklung von Sportflächen. Grundlage für die Antragstellung ist eine sogenannte Vorbereitende Untersuchung, die jetzt bei den Besitzern von privaten Grundstücke/Gebäuden in dem besagten Gebiet angelaufen ist. Zentral darin gelegen ist der alte Ortskern Mörsch. Am Rande sind Teile des Gebiets „Neue Stadtmitte Rheinstetten“ einbezogen und gen Westen auch das Gelände im Umfeld von Schul- und Sportanlagen. Unterstützt wird die Stadt dabei durch ein Team der Kommunalentwicklung aus Stuttgart, Tochterunternehmen der Landesbank Baden-Württemberg. Aus den Ergebnissen der Bestandsaufnahme soll ein Neuordnungskonzept mit Maßnahmenplan für das Gebiet entwickelt werden. Mit einem Fragebogen, der an die Gebäudebewohner im Untersuchungsgebiet gerichtet ist, will die Stadt Rheinstetten die Mitwirkungsbereitschaft sowie Wünsche und Vorschläge der betroffenen Anwohner erfragen.

Jeder, der sich zu der geplanten Erneuerungsmaßnahme äußern möchte, kann ebenfalls diesen Fragebogen ausfüllen. Er soll bis zum 15. September im Technischen Rathaus abgegeben sein. Wie auf der vergangenen Gemeinderatssitzung ein Vertreter der Kommunalentwicklung Stuttgart mitteilte, sei das Ziel, einen Rücklauf beantworteter Fragebogen von zehn Prozent zu erhalten. Nach Abschluss der Fragebogenaktion sieht der weitere Zeitplan bis zur Antragstellung Ende Oktober noch eine öffentliche Gemeinderatssitzung am 22. Oktober vor. Dort soll der Gemeinderat zunächst die genaue Abgrenzung des ins Auge gefassten Sanierungsgebietes beschließen. Außerdem geht es um die eigentlichen Förderanträge für die kommunalen Baumaßnahmen in der neuen Stadtmitte. Für Gerhard Bauer (SPD) ist das wichtigste Ziel der Aufnahme des Gebiets in das Landessanierungsprogramm, für Besitzer von Häusern durch Landeszuschüsse Anreize zur energetischen Sanierung zu setzen und neuen bezahlbaren Wohnraum in dort im Altbaubestand leer stehenden Wohnungen zu schaffen. Es gehe darum, den Ortskern von Mörsch attraktiver zu gestalten. Andreas Rottner von der CDU-Fraktion erhofft sich von der Fragebogenaktion, einen Überblick über die Zahl leer stehender Wohnungen im alten Mörscher Ortskern zu erhalten. Skeptisch ist er hinsichtlich der Größe des vom Rheinstettener Bauamt ins Auge gefassten Sanierungsgebietes. Der Plan der Stadtverwaltung, bis Ende Oktober eine für die Antragstellung ausreichende Grundlage erarbeitet zu haben, sei als „sportlich“ zu nennen. Es bestehe die Gefahr, dass sich Rheinstetten bei der Vielzahl anderer Bauvorhaben, die aktuell in Bearbeitung oder Umsetzung seien, übernehme. Gerald Peregovits von der Unabhängigen Liste Rheinstetten weiß mit der riesigen Größe des Plangebiets ebenfalls nicht viel anzufangen. Wenn der Bürger und private Grundstückseigentümer durch Landesmittel zur energetischen Sanierung älterer Häuser animiert würde und davon profitierte, könne sich seine Fraktion zumindest mit Teilen der von der Verwaltung formulierten Ziele anfreunden.

Für OB Sebastian Schrempp wäre die Aufnahme des Gebiets in das Landessanierungsprogramm „eine Chance“ für viele in dem Gebiet anstehende Vorhaben. Themen dabei sind Neubauvorhaben wie der neue Marktplatz oder das Bürgerhaus bis zur Sanierung der Albert-Schweitzer-Schule. Viel profitieren könnten auch Privatleute, die dort wohnen.

Die Fragebogen für das Sanierungsgebiet liegen in den Rheinstettener Rathäusern aus. Sie finden sie auch hier. (m.f.G.d.BNN)


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