Offene Jugendarbeit feiert den Internationalen Frauentag


Internationaler Frauentag 2019
Gespräche und eine Filmvorführung gab es am Internationalen Frauentag im Technischen Rathaus Mörsch.

Seit über 100 Jahren wird jedes Jahr am 08. März der Internationale Frauentag gefeiert. Überall auf der Welt finden viele Aktionen und Demonstrationen von Menschen statt, die sich mit Themen, die Frauen betreffen, auseinandersetzen.

Nachdem sich der Girls-Club, der Mädchentreff der offenen Jugendarbeit der Stadt Rheinstetten, schon im Januar kritisch mit dem Thema „Schönheit – was ist das?“ auseinandergesetzt hat, wurden alle Mädchen, Jungen, Frauen und Männer am Frauentag zu einer weiteren Aktion zu diesem Thema eingeladen.

Rund 20 Besucherinnen und Besucher wurden im Sitzungssaal des Technischen Rathauses mit Saft und einigen Knabbereien begrüßt. Um leichter ins Gespräch zu kommen, teilte Eveline Mai-Rauch, die jeden Freitag im Jugendhaus zusammen mit Franziska Henzi, der diesjährigen FSJ-Kraft das Mädchenangebot organisiert, Sprüche zum Thema Schönheit aus. Schnell entwickelten sich Gespräche darüber, ob man seinem Spruch zustimmen konnte, oder diesen aber gar nicht passend fand.

„Embrace – du bist schön“, lautete der Titel des Films, der die Besucher/innen dann ab 18.30 Uhr in seinen Bann zog. Einhelliges Urteil in der kleinen Gesprächsrunde danach war, dass der Film ein gesellschaftlich relevantes und komplexes Thema anspricht und dass jede/r sich an diesem Abend auch angesprochen fühlte. Das allseits propagierte Idealbild einer attraktiven Frau erzeugt Druck und geht auf Kosten des Wohlbefindens. Viele Menschen wollen sich aber nicht (mehr) vorschreiben lassen, mit welchem Körper sie zufrieden sein dürfen, wollen über die Gestaltung ihres Lebens frei entscheiden. Die Filmemacherin behauptet nicht, dass Aussehen keine Rolle spielt, aber sie macht deutlich, dass nicht der schöne Schein, sondern die innere Zufriedenheit an erster Stelle stehen sollte. Genau das wollen die pädagogischen Mitarbeiter/innen der Stadt mit ihrer Arbeit den Jugendlichen vermitteln – im Übrigen nicht nur den Mädchen.

Das abschließende Theaterstück, welches von zwei jugendlichen Schauspieler/innen des Karlsruher Theaterensembles „Werkraum“ vorgeführt wurde, zeigte noch einmal auf, wie schwer es auch junge Menschen haben, einem bestimmten Schema zu entsprechen, um irgendwo dazu zu gehören. Und dass es für viele gar nicht einfach ist, einen für sie zufriedenstellenden Weg damit zu finden. Gut, dass es in Rheinstetten neben der Familie Pädagoginnen und Pädagogen gibt, welche die Kinder und Jugendlichen dabei begleiten, ihren Weg zu finden und sich immer wieder kritisch mit solchen Themen auseinandersetzen.


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