Mehr Menschen in der Anschlussunterbringung

| Aus dem Gemeinderat Geflüchtete Menschen in Rheinstetten


„Die Aufnahmequote zu erfüllen, war ein Kraftakt“, sagte Rheinstettens Ordnungsamtsleiter Ronald Daum beim Bericht über die Anschlussunterbringung der Stadt Rheinstetten im Verwaltungs- und Finanzausschuss. Federführend in der Unterbringung von Flüchtlingen, aber auch sonstigen Obdachlosen in der Stadt sind seine Mitarbeiter Michael Reger und Julian Schwaninger. Oberbürgermeister Sebastian Schrempp (CDU) betonte eingangs, dass Rheinstetten im September mehr Menschen in die Anschlussunterbringung (AU) gebracht habe als der ganze übrige Landkreis. 2020, so Reger, habe das noch anders ausgesehen, die Stadt habe ein Minus von 50 Personen ins Jahr 2021 mitgenommen. Das sei inzwischen weitgehend aufgeholt. Stand 23. November 2021 befinden sich 158 Flüchtlinge in der AU. Für 2021 hatte der Landkreis eine Aufnahmequote von 23 Personen für Rheinstetten errechnet, zuzüglich des Minus von 2020 als 73 Personen.

Bisher sind davon bereits 67 Plätze bereitgestellt, bis Jahresende seien es nur noch sechs weitere Plätze, so Reger. Von den 158 Flüchtlingen sind 104 männlich, 54 weiblich und darunter 44 Minderjährige. Elf Familien und sechs alleinerziehende Frauen sind in die AU eingewiesen. Bei der AU seien, so Reger, alle Ortsteile bedacht worden. In Mörsch sind es 89, in Forchheim 30, in Neuburgweier 28 (unter anderem im vor einiger Zeit von der Stadt gekauften Gebäude Auer Straße 35) und im Silberstreifen neun Personen, wobei pro Person ein Platzbedarf von 15 Quadratmetern zugrunde liege. Weitere 29 Personen könnten noch in sieben Liegenschaften untergebracht werden, aber es sei absehbar, dass die Aufnahmequote mit den derzeitigen Objekten erfüllt werden könne.

Die drei häufigsten Herkunftsländer der Flüchtlinge sind Syrien (26), Nigeria (16) und Eritrea/Afghanistan (je 15). Für 2022 hat die Stadt Rheinstetten eine Aufnahmequote von voraussichtlich 16 Personen zu erfüllen, zuzüglich eventueller Rückstände aus 2021, was derzeit aber eher unwahrscheinlich sei.

In der Diskussion hoben alle Sprecher der Fraktionen und Gruppen darauf ab, dass unbedingt eine Art Ghetto durch dezentrale Unterbringung vermieden werden müsse, was bisher bestens geschehen sei. Julian Schwaninger hob heraus, dass die Integration der Flüchtlinge auch dank der Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern bisher bestens gelinge, die Akzeptanz in der Bevölkerung sei groß. Dies sei vor allem der ständigen Präsenz vor Ort und vielen Gesprächen mit den Flüchtlingen zu verdanken. Natürlich gebe es auch mal Probleme mit Einzelpersonen, was aber selten sei. Ehrenamtliche wie die Job-Coaches, die sich um Ausbildung, Bewerbungen und Arbeit für die Flüchtlinge kümmern, seien sehr hilfreich. Zudem gebe es verbesserte interne Abläufe, etwa bei der Unterstützung der Flüchtlinge bei Verhandlungen mit anderen übergeordneten Ämtern.

Quasi als logische Folge aus dem Bericht empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat einstimmig die Verabschiedung einer Rheinstettener Erklärung zur Integration Schutz suchender Menschen, in der es unter anderem heißt, „das Handeln der Verantwortlichen in Rheinstetten ist von der Wahrung eines Lebens in Unversehrtheit, Respekt und Menschenwürde geleitet“. Ziel sei, „die Voraussetzungen zu einem selbstbestimmten Leben in unserer Stadt zu schaffen“. In die Erklärung noch eingearbeitet werden soll, so OB Schrempp, der Hinweis von Babette Schulz (Grüne), dass Rheinstetten mit Flüchtlingen bisher gute Erfahrungen habe und diese eine Bereicherung für die Stadt darstellten.(m.f.G.d.BNN)


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