Die invasive Ameisenart Tapinoma magnum ist nun auch in Rheinstetten zu finden, vergangene Woche erfolgte der erste Nachweis. Die Stadtverwaltung hat bereits mit Bekämpfungsmaßnahmen begonnen.
Die aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart breitet sich seit einigen Jahren großflächig aus. Sie findet in der Rheinebene optimale Lebensbedingungen. Sehr wahrscheinlich wurden die Ameisen durch mediterrane Kübelpflanzen eingeschleppt. Die Tapinoma magnum bevorzugt warme, sonnige und trockene Bereiche sowie sandige Böden unter Pflastersteinen. Sie bildet sogenannte Superkolonien mit zahlreichen Königinnen aus, die Nester sind unterirdisch und oft sehr ausgedehnt. Dies macht die Bekämpfung schwierig.
Kleine Ameisennester können beispielsweise durch Pflanzentöpfe in den heimischen Garten gelangen. Kontrollieren Sie noch vor dem Kauf, Erhalt oder Weitergabe, ob sich an den Pflanzen Ameisen befinden. Hierzu empfiehlt es sich, die Pflanzen aus dem Topf zu nehmen und den Wurzelballen genau zu überprüfen. Ggf. den Topf 24 Stunden in einen Wassereimer tauchen (mit einem Schuss Spülmittel). Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Abfalltonne. Sollten sich darin auffällig viele Ameisen tummeln, empfiehlt sich der Einsatz von Kieselgur.
Zerdrückte Tapinoma-Ameisen verströmen einen chemisch-süßlichen Geruch, der an Aceton erinnert. Einheimische Ameisen riechen eher nicht, wenn man sie zerdrückt.
Bei den Tapinoma-Arten unterscheiden sich die Arbeiterinnen häufig in ihrer Größe. Die Länge variiert zwischen 2,5 und 3,5 Millimetern. Sind die Ameisen alle etwa gleich groß, ist es wahrscheinlich eine heimische Art.
Die einheimische Wegameise bildet meist einspurige Ameisenstraßen. Tapinoma magnum hingegen bewegt sich regelrecht auf mehrspurigen Ameisen-Autobahnen.
Die Tapinoma magnum entwickelt sich aus Nacktpuppen ohne Kokon. So lassen sich bereits im Puppenstadium etwa Beine der Tiere erkennen. Die Farbe der Eier und Puppen ist weiß-transparent.
Bei gut zugänglichen Nestern lässt sich die Zahl der Ameisen mit dem Einsatz von Heißwasser reduzieren. Dabei ist zu beachten: Pflanzen in unmittelbarer Nähe können hierbei Schaden nehmen.
Kieselgur ist ein natürlicher Wirkstoff aus versteinerten Kieselalgen und entzieht den Insekten die Feuchtigkeit, so dass diese austrocknen. Kieselgur muss trocken gelagert und gestreut werden. Die Anwendung empfiehlt sich insbesondere in Räumen und überdachten Bereichen. Kieselgur ist in der Regel in Geschäften für Heimtierbedarf oder Landhandel erhältlich.
Natron wird von Ameisen von Natur aus gemieden. Mit Puderzucker vermischt (im Verhältnis 1:1) kann es als Köderfalle eingesetzt werden. Diese Methode schadet aber lediglich den Ameisen-Arbeiterinnen, nicht aber deren Königinnen.
Handelsübliche Ameisengifte zeigen kaum Wirkung, wobei es inzwischen auch Spezialmittel gibt. Die Anwendung von Pestiziden gehört aber in die Hände von Fachleuten, weshalb für ihren Einsatz professionelle Schädlingsbekämpfer beauftragt werden sollten.
Bitte vor der Bekämpfung zuerst prüfen, um welche Ameisenart es sich handelt. Die Nester der einheimischen Ameisenarten dienen als natürliche Gegenspieler der Tapinoma magnum und müssen daher verschont werden.
Wichtig: Die Stadt Rheinstetten bekämpft nur im öffentlichen Bereich. Auf Privatgrundstücken sind die Eigentümer selbst verantwortlich. Erstreckt sich ein Befall über öffentlichen und privaten Grund, wird ohne eine abgestimmte Vorgehensweise kaum ein Erfolg erzielbar sein.
Ausführliche Informationen finden Sie auch auf der Internetseite des Naturkundemuseums Stuttgart
Melden Sie mögliche Tapinoma-Nester idealerweise per E-Mail mit Ihrem Namen, Anschrift, Telefonnummer und evtl. Fotos an E-Mail
Falls Sie keine E-Mails verschicken können, rufen Sie bitte unter der Telefonnummer 07242/9514-667 an.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe