Gewässerordnung für Epple- und Fermasee steht / Hundestrand und höhere Parkgebühren

| Aus dem Gemeinderat Seen


Der neue Hundestrand am Epplesee kommt. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Die Verwaltung wollte den Hundestrand zunächst eigentlich mehr Richtung FKK-Zone verschieben. Dagegen hatte Luca Wernert (Grüne), gleichzeitig auch Sprecher der DLRG-Ortsgruppe Südhardt, Einwände vorgebracht.

Bei den Parkgebühren wird nach guter Erfahrung mit dem Umwelteuro aus dem vergangenen Jahr noch einmal der Preis angehoben. Die Tageskarte kostet demnach fünf Euro plus zwei „Umwelteuro“. Vorab online gekaufte Tickets sind einen Euro billiger. Die Saisonkarte kostet 120 Euro, inklusive 30 Umwelteuros. Ordnungsamtsleiter Ronald Daum meinte, dass die neue Verordnung auf veränderte Gegebenheiten eingeht. Zum einen gehe es um die im Corona-Jahr 2020 enorm gewachsene Verkehrsbelastung, zum anderen um die Konflikte zwischen den unterschiedlichen Nutzern. Bei der neuen Badeordnung geht es um die Nutzung von Epple- und Fermasee.

Der Verlängerung der Badesaison vom 1. April bis 31. Oktober (bisher 15. April bis 15. Oktober) stimmte der Gemeinderat zu. Gestrichen ist das Verbot des Aufenthalts von Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre ohne Aufsicht. Dem von der Verwaltung angedachten Verbot von Shisha-Pfeifen hatte der Anfang April tagende Verwaltungsausschuss noch eine Absage erteilt. Dies wurde auf Antrag von Otto Deck (BfR) vom Gemeinderat aber wieder gekippt. Damit gilt aus feuerpolizeilichen Gründen ab sofort das Verbot von Shisha-Pfeifen am See. Hineingekommen in die neue Verordnung ist das Standup-Paddeling. Es ist sowohl am Epple- wie am Fermasee künftig in ausgewiesenen Gewässerbereichen erlaubt. „Wir sehen in der neuen Trendsportart keine so große Gefahr für andere Nutzer“, meinte Daum. Verschärfte Regelungen gibt es für Abfallablagerungen, entsprechend wird auch das Bußgeld erhöht. Immer stärker in den Blickpunkt rückt das Mitbringen von Hunden. „Das hat im Sommer 2020 zu manchem Konflikt geführt. Den lösen wir jetzt mit einem speziellen Hundestrand“, so Ronald Daum. Erstmals würden jetzt die einzelnen Bereiche am See hinsichtlich der erlaubten Nutzung klar bestimmt. Am Hundestrand können Besitzer ihre Vierbeiner frei laufen lassen. Er soll vom Parkplatz direkt zugänglich sein. Für diesen Hundestrand schlug der Ordnungsamtsleiter vor, ihn im nördlichen Bereich nach dem Strand für FKK (unterhalb Restaurant „Seegucker“) und der Mix-Zone (Baden textil wie nackt möglich) zu positionieren.

Noch eingerichtet werden sollen am Parkplatz Epple- wie Fermasee behindertengerechte Parkplätze. Maria Dik (CDU) plädierte dafür, vom Parkplatz zum Seeufer einen Rollatoren-gerechten Weg anzulegen. Auch bei den Sanitäranlagen solle man an Menschen mit Handicap denken. Luca Wernert (Grüne) warnte dringend davor. Sonst komme der Tag, an dem der Epplesee nicht mehr als Badestelle, sondern als Strandbad eingestuft werde. Je mehr Einrichtungen die Stadt schaffe, umso größer sei die Gefahr, dass dann die Stadt in die Verantwortung genommen werde. Ingrid Fitterer (SPD) sah die Entwicklung kritisch, immer mehr am See regulieren zu wollen. Nach und nach verliere der See seinen „freien Charakter“. Der Hundestrand bedeute, dass in den anderen Zonen die Leinenpflicht kontrolliert werden müsse. „Viele, die an den Epplesee kommen, haben die Sehnsucht nach grenzenloser Freiheit“, sinnierte Gerald Peregovits (ULR). Und der Gemeinderat mache dies mit seiner neuen Satzung wieder teilweise „futsch“. Aber die Verordnung müsse sein, um das Chaos am See zu verringern. Oberbürgermeister Sebastian Schrempp (CDU) widersprach dem ULR-Mann etwas: Er erinnerte, dass die Gewässerordnung schon seit 2012 besteht und jetzt den Gegebenheiten angepasst werde.

„Freiheit kann niemals zügellos sein. Freiheit kann nur mit Verantwortung gehen“, kommentierte Bernd Urban (FDP) die neue Satzung. Er warnte davor, noch mehr zu regeln, weil man sonst in die Problematik des „Badestellen-Urteils“ komme. Niemand wolle, dass die Stadt verstärkt in die Haftung genommen werden könne. Die neue Satzung wurde mit großer Mehrheit angenommen. Der Einzelpunkt „Verbot von Shisha-Pfeifen-Rauchen“ erhielt eine knappe Mehrheit von elf zu sieben Stimmen bei etlichen Enthaltungen.(m.f.G.d.BNN)


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