Mit großer Freude und auch ein wenig Gänsehaut begrüßte Oberbürgermeister Sebastian Schrempp am vergangenen Sonntag zahlreiche Gäste im neuen Bürgerhaus, das fortan Heimat des Bürgerbüros mit Traugarten, der Stadtbibliothek und der Volkshochschule sein wird. Mit seinem großen Veranstaltungs- und Sitzungssaal wurde zudem ein zentraler Ort für die Bürgerinnen und Bürger, für Kultur, Gemeinschaft und Begegnungen zwischen Generationen und für die Politik geschaffen. Er ist von nun an „das Herz Rheinstettens“, so OB Schrempp zu Beginn seiner Rede. „Wir haben tatsächlich eine Stadtmitte geschaffen, die von allen Stadtteilen per Bus und Bahn ohne Umsteigen zu erreichen ist.“ Er freue sich sehr, wenn das Haus mit Leben gefüllt wird und alle Menschen hier an einem Ort zusammenkommen. Sein Dank galt allen, die das Projekt bis zur Umsetzung begleitet haben.
Bis zur Eröffnung brauchte man jedoch einen langen Atem, vergingen doch vom Architektenwettbewerb bis zur Einweihung sage und schreibe 23 Jahre – „typisch Verwaltung eben“ würde der verstorbene Bürgermeister Michael Heuser, dessen Herzensprojekt das neue Bürgerhaus mit seinem Marktplatz war, jetzt sagen, so OB Schrempp. An ihn erinnerte das Stadtoberhaupt besonders, war Michael Heuser doch Planer, Antreiber und Visionär, der bis zuletzt ganz viel Herzblut in das Projekt gesteckt hat. Sein Fehlen wirkt bei allen nach. Doch OB Schrempp ist sich sicher: „Er hätte es geliebt.“ Ebenso wie auch der verstorbene Ehrenbürger und Bürgermeister a.D. Kurt Roth dieses Haus und diese Neue Mitte geliebt hätte.
Tamara Pichl, Architektin des Büros K9 schloss sich den Ausführungen Schrempps an und freute sich, „einen Ort der Begegnung, des Miteinanders und der Nachhaltigkeit“ geschaffen zu haben. Das Konzept „harte Schale, weicher Kern“ ging auf und sie verglich das Bürgerhaus mit einem Schatzkästchen, das das Kostbarste überhaupt bewahrt, die Menschen selbst und das, was sie mit Leben füllen – Gemeinschaft, Kultur und ein Miteinander. Symbolisch übergab sie OB Schrempp eine kleine Schatzkiste mit dem Schlüssel für das Bürgerhaus.
Mit dem gemeinsamen Segen der evangelischen Geistlichen Ann-Kathrin Peters, Sebastian Bauer-Hoffmann und dem katholischen Pastoralreferenten Thomas Eckerle, kamen die Kirchen Sebastian Schrempps Wunsch nach der Ökumene – die für ihn persönlich sehr wichtig sei – nach. Sie überreichten den eingerahmten Spruch “Friede den Kommenden, Freude den Bleibenden, Segen den Scheidenden“, welcher von nun an eine Wand des Bürgerhauses zieren wird und metaphorisch den von OB Schrempp gezeichneten Sinn und Zweck des neuen Ortes widerspiegelte.
„Mit dem Bürgerhaus setzen wir ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Teilhabe und kulturelle Vielfalt“, betonte OB Schrempp bei seinen abschließenden Dankesworten. „Es ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, Ideen entstehen und unsere Stadt weiter wächst.“ Er dankte Pichl für den symbolischen Schlüssel, denn „mit diesem gehen Türen auf, die wir auch im Geiste erst noch aufschließen müssen.“
Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung vom Gesangverein Liederkranz mit seinem Gemeinschaftschor popCHORn/ Cantabile unter der Leitung von Pianist Daniel Salzmann, der mit seinen Musikstücken immer den richtigen Ton traf und mit seiner Interpretation des Songs „Happy“ von Pharell Williams alle Gäste mit einem beschwingten Gefühl in das anschließende gemütliche Beisammensein entließ. Beim gleichzeitig stattfindenden Tag der offenen Tür des Bürgerbüros und der Stadtbibliothek/vhs hatten alle die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten näher kennenzulernen und mit den Mitarbeiter/-innen ins Gespräch zu kommen. Wir danken allen Beteiligten für die gelungene Veranstaltung.