„Neue Ideen, neue Energie, gleiche Herzen“ – mit diesen Worten wandte sich Oberbürgermeister Sebastian Schrempp beim Bürgertreff in Neuburgweier, der in diesem Jahr besonders von der feierlichen Amtsübergabe des Ortsvorstehers an seine Nachfolgerin geprägt war, an die zahlreichen Gäste. Er setzte damit den Ton für einen Abend, der weit mehr war als ein offizieller Termin. Der Bürgertreff 2026 in Neuburgweier wurde zu einem eindrucksvollen Zeichen gelebter Gemeinschaft, getragen von Dankbarkeit, Zuversicht und dem Bewusstsein, dass Verantwortung dort beginnt, wo Menschen füreinander einstehen.
Schon beim Betreten der voll besetzten Festhalle spürten die Gäste: Dieser Abend galt den Menschen, die Neuburgweier prägen – den Engagierten in Vereinen, Kirchen, Institutionen, Familien und Nachbarschaften. „Hier geht es um uns“, so Schrempps Botschaft, die sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog. „Verantwortung beginnt nicht in Stuttgart, Berlin oder Brüssel. Sie beginnt hier.“ Und so erinnerte er daran, dass der Stadtteil und ganz Rheinstetten davon lebten, dass Menschen Verantwortung übernähmen – in Schulen, Kindergärten, Vereinen, der Wasserversorgung, im Nahverkehr, in der Pflege oder eben im Gemeinde- und Ortschaftsrat. „Darauf dürfen wir stolz sein“, sagte er, mahnte aber zugleich, dass Stolz keine Selbstkritik ersetzen dürfe.
Im Mittelpunkt stand der Abschied von Gerhard Bauer, der nach 21 Jahren sein Amt als Ortsvorsteher übergab. Mit Ruhe, Herz und unermüdlichem Einsatz habe er Neuburgweier geprägt, betonte Schrempp, der sich im Namen der ganzen Stadt bei Gerhard Bauer bedankte. „Das ist eine Lebensleistung und verdient Respekt.“ Bauer selbst erinnerte an zahlreiche Herzensprojekte seiner Amtszeit – vom Straßenbau über die Neugestaltung des Rathausplatzes, die Friedhofsgestaltung, Entwicklung neuer Baugebiete, bis hin zum Haus der Vereine und dem Pamina-Museum. Nicht unerwähnt blieben auch die Langzeitprojekte Retentionsraum Bellenkopf/Rappenwört und der Breitbandausbau in Neuburgweier, die er nun vertrauensvoll in die Hände seiner Nachfolgerin legte. Und er erinnerte sich an offizielle Sprechstunden, die selten genutzt wurden. Meist wurden Lösungen beim spontanen Gespräch auf der Straße gefunden: „Wenn ich Dich grad sieh…“ wurde er dort oft angesprochen. Gleichzeitig blickte er dankbar auf die Unterstützung seiner Familie und die enge Zusammenarbeit mit den Vereinen. Zahlreiche Ehrengäste waren anwesend und wurden von Bauer persönlich begrüßt.
Mit großer Wertschätzung würdigte auch Stefan Kungl, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Neuburgweierer Vereine, Bauers Engagement: „Gerhard hat die Vereine immer im Blick gehabt.“ Neben Geschenken und Blumen für Edith Bauer präsentierte er eine eigens verfasste Hymne auf den scheidenden Ortsvorsteher – ein emotionaler Höhepunkt, der mit viel Applaus bedacht wurde.
Der Abend war jedoch nicht nur Rückblick, sondern auch Aufbruch. „Es ist ein besonderer Tag für Neuburgweier“, sagte Julia Becker, die seit Jahresbeginn neue Ortsvorsteherin ist. Von Oberbürgermeister Sebastian Schrempp erhielt sie offiziell ihre Ernennungsurkunde. Becker, zuvor Bauers Stellvertreterin, betonte, wie sehr sie sich auf die kommenden Aufgaben freue: „Wir werden das gemeinsam, Jung und Alt, entwickeln und umsetzen.“ Sie sprach offen über ihren Respekt vor dem Amt und bat die Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung.
Zum Abschluss trat Gerhard Bauer noch einmal ans Mikrofon. Sichtlich bewegt schloss er mit den Worten: „Es war für mich eine Ehre. Nun ist die Zeit reif für eine jüngere Person und vor allem für eine Frau!“ Verschmitzt fügte er hinzu: „Ich habe Julia immer als meine Nachfolgerin gesehen – nur halt vielleicht nicht jetzt schon!“
Musikalisch umrahmt wurde der Abend zunächst vom Saxophonquartett des Musikvereins Neuburgweier, später heizte Sänger Chi-Cha, bekannt aus vielen Vereinsfesten, gemeinsam mit Sängerin Nicole Keller die Stimmung an. Spontan gab es dann noch zur Freude aller und in Anlehnung an Gerhard Bauers allgemein bekanntes Faschingskostüm eine Gesangseinlage des scheidenden Ortsvorstehers gemeinsam mit Chi-Cha: „Die Biene Maja“.
Kulinarisch versorgt wurden die Gäste wie gewohnt vom Palca-Kreis, der in diesem Jahr tatkräftig vom Zeltlagerteam Neuburgweier unterstützt wurde.