Ein-Euro-Ticket wird es nicht geben

| Aus dem Gemeinderat


Knappes Ergebnis im Gemeinderat Rheinstetten

Der Gemeinderat hat sich nach langer Diskussion dagegen ausgesprochen, für Rheinstetten ein City-Ticket für einen Euro pro Tag anzustreben. Der Antrag der SPD, den öffentlichen Nahverkehr innerhalb der Stadt für einen Euro pro Tag anzubieten scheiterte knapp mit zehn Gegenstimmen, sieben Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen. Gerhard Bauer (SPD) begründete den Antrag damit, dass es wichtig sei, Zeichen zu setzen. „Wir sind nicht für die Preisgestaltung des KVV zuständig, aber wir wollen das Thema forcieren und Anstöße geben.“

Für Luca Wernert (Die Grünen) ist dieser Vorschlag „nicht ganz schlüssig. Warum an der Gemarkungsgrenze Halt machen?“ Ein besserer Ansatz sei es doch, sich auf Kreisebene dafür einzusetzen, dass auch überregional die Fahrten günstiger würden. In diese Kerbe schlug auch sein Fraktionskollege Martin Resch. „Pfaffenhofen testet den vergünstigten ÖPNV seit etwa einem Jahr. Es kam heraus: Die Leute lassen das Auto nicht stehen. Genutzt wird das eher von Fußgängern und Radfahrern, denen mal das Wetter zu schlecht ist. Bei einer Initiative auf Kreisebene wäre ich aber sofort dabei.“

Bernd Urban (FDP) gab zu bedenken, dass die Grundidee einer Rheinstetten-Karte für den ÖPNV zwar gut sei. „Aber sie ist nicht neu und nur sinnvoll bei einer Einbindung in ein ganzes Mobilitätskonzept.“ Otto Deck (BfR) merkte an, der KVV habe schon bei einer früheren Anfrage nicht genau beziffern können, welche Kosten beim ÖPNV auf Rheinstetten entfallen. „Was also wäre dann die Kalkulationsgrundlage?“

Ingrid Fitterer (SPD) führte ins Feld, dass die neue Stadtmitte mittelfristig möglicherweise den Bedarf für einen günstigen ÖPNV innerhalb Rheinstettens erhöhen könnte. Walter Linsin und Nikolas Karanikolas (beide SPD) betonten, Rheinstetten solle Modell in der Region werden und damit Zeichen setzen.

Oberbürgermeister Sebastian Schrempp verwies darauf, dass es beim ÖPNV vor allem um die Region gehe. Es gebe unterschiedliche Ausprägungen, wie der ÖPNV gefördert werden könne. Ob das nun wirklich mit einer Citykarte funktioniere, davon sei er nicht überzeugt. „Der Tarifverbund ist sehr gut.“ Wenn nun wieder jeder anfange, kleinräumig etwas Eigenes zu machen, dann werde ein großer Vorteil dieses Verbunds – dass nicht überlegt werden müsse, wo welche Karte wie genau gilt, wieder zunichte gemacht. Auch Franz Deck (CDU) hält nichts „von solchen Insellösungen. Wir sollten da nicht ausscheren, sondern innerhalb des Verbundes nach Lösungen suchen.“(m.f.G.d.BNN, Susanne Garcia)


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