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Digitales Leit- und Informationssystem MindTags in der Neuen Stadtmitte


Unsichtbarer Wegweiser ermöglicht mehr Selbstständigkeit

V.l.: Manuel Sprenger, Stefan Wilke, Andreas Held, Manuela Kuttruff, Nadine Gottschalk, OB Sebastian Schrempp auf der Sitzbank im 1. OG des Bürgerhauses
V.l.: Manuel Sprenger, Stefan Wilke, Andreas Held, Manuela Kuttruff, Nadine Gottschalk, OB Sebastian Schrempp auf der Sitzbank im 1. OG des Bürgerhauses

„Die Anregung kam vom Beirat für Menschen mit Behinderung. Wir haben uns das System vorstellen lassen und die Vorteile haben uns überzeugt. Damit können alle Menschen sich hier besser orientieren“, so Oberbürgermeister Sebastian Schrempp bei der Projektabnahme für das digitale Leit- und Informationssystem MindTags am 24. Februar im Bürgerhaus in der Neuen Stadtmitte. Das System unterstützt blinde, sehbehinderte, gehörlose sowie kognitiv eingeschränkte Menschen dabei, sich selbstständig und sicher z. B. in Gebäuden zu orientieren.

Die Stadt Rheinstetten setzt damit einen wichtigen Schritt in Richtung Barrierefreiheit. MindTags arbeitet mit kleinen Bluetooth-Sendern, sogenannten Beacons, die mit Standortinformationen und Wegbeschreibungen hinterlegt werden. Nutzerinnen und Nutzer können diese Inhalte über eine kostenlose App abrufen – intuitiv und ohne bauliche Veränderungen im Gebäude. Geschäftsführer Stefan Wilke und IT-Spezialist Manuel Sprenger von der Firma MindTags Group GmbH erläutern die genaue Funktionsweise der App:

„Wenn ich in Reichweite eines Beacons bin, erhalte ich automatisch Meldung durch die App, die mir sagt, wo ich mich befinde und wie ich von hier weiterkomme“, so Sprenger. „Alternativ kann ich ohne App auch einen im Gebäude angebrachten QR-Code scannen, der mir von dieser Stelle weiterhilft.“ „90 ° nach rechts“, leitet die Stimme aus dem Handy an und OB Schrempp und Andreas Held, Sprecher des Beirats für Menschen mit Behinderung, folgen den Anweisungen bis zum gewünschten Ziel. „Man muss es in Ruhe probieren, aber das ist eine wertvolle Geschichte“, zeigt sich Held zufrieden.

Amtsleiterin Nadine Gottschalk vom Amt Büro Oberbürgermeister sowie die zuständige Sachbearbeiterin Manuela Kuttruff begleiten die ersten Versuche des Systems. „Für uns ist wichtig, dass die Menschen MindTags nutzen und uns Feedback geben, sodass wir bei Bedarf noch nachjustieren können“, erklärt Gottschalk. Tatsächlich tritt beim Gehen im 1. OG ein Hindernis auf: eine Sitzbank, die auf einer im System eingepflegten Linie platziert ist.

Andreas Held, Stefan Wilke und Manuel Sprenger vor dem Eingang der Stadtbibliothek
Test beim Startpunkt Eingang Stadtbibliothek: Der QR-Code befindet sich auf dem Türrahmen.

Die Inhalte lassen sich über ein Content-Management-System (CMS) jederzeit anpassen, erweitern oder aktualisieren. Die erstmalige Einrichtung des CMS sowie die ersten Wegbeschreibungen hat MindTags direkt umgesetzt. Alle weiteren Gebäude, Räume oder Veranstaltungen werden künftig durch die Stadtverwaltung selbst eingepflegt. „Ab sofort können Sie im Rathaus Informationen zu Veranstaltungen im Bürgerhaus eingeben“, so Wilke.

Ein besonderer Mehrwert entsteht durch die Integration einer Schnittstelle mit der KVV: MindTags kann Live-Abfahrtszeiten des Karlsruher Verkehrsverbunds anzeigen. Damit wird das System nicht nur zu einem Orientierungstool im Gebäude, sondern auch zu einem barrierefreien Informationsangebot im öffentlichen Raum.

Hintergrundinfos:

Die MindTags Group GmbH wurde im Jahre 2020 gegründet. Der Impuls lag in der gesetzlichen Notwendigkeit, im Rahmen der DIN 18040 Gebäude für alle Zielgruppen zugänglich zu machen, so dass eine selbstständige Orientierung und Informationsaufnahme möglich sind. MindTags kreiert Möglichkeiten, die Gebäude, Haltestellen, Fahrzeuge und Gegenstände zum Sprechen bringen. Die von ihnen entwickelte App ist mit iOS und Android kompatibel, sammelt keine personenbezogenen Daten und kann auch über eine browserbasierte QR-Code-Version genutzt werden.


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