Corona auf der ganzen Welt

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Rheinstettens Partnerstädte berichten

Eingang Rathaus, Schild mit den Wappen der Partnerstädte

Die Eindämmung der Pandemie ist eine globale Herausforderung. Auf der ganzen Welt erleben wir Zeiten, die einzigartig sind und beispiellose Einschränkungen mit sich bringen. Nicht nur die sozialen Kontakte innerhalb unserer Stadt sind auf ein Minimum reduziert - nein, weltweit gilt es, Abstand zu halten und sich der Herausforderung zu stellen, das Virus zu stoppen.

Auch der Kontakt zu unseren Partnerstädten in Peru (Palca), Frankreich (Navarrenx) und Ungarn (Vecsés) fehlt in dieser Zeit. Gerade mit Navarrenx in Frankreich standen in diesem Jahr persönliche Begegnungen auf dem Programm - zur Feier des 25-jährigen Jubiläums. Aber auch mit den anderen Partnerstädten waren Aktivitäten geplant, die nun verschoben werden müssen. Oberbürgermeister Sebastian Schrempp hat sich in einem Brief an seine Amtskollegen gewandt, um in diesen schweren Zeiten über die Grenzen hinweg die Freundschaften zu pflegen und Hilfe und Unterstützung anzubieten. "Wir alle sind betroffen und wir alle sehnen uns zurück zur Normalität", schrieb er. "Wir bleiben einander verbunden und freuen uns auf die Zeit, zu der wieder persönliche Kontakte möglich sind", signalisierte OB Schrempp Solidarität und Freundschaft. Tito Guzman Gamara Puente (Bürgermeister Palma), Nadine Barthe (Bürgermeisterin Navarrenx) und Csaba Szlahó (Bürgermeister Vecsés) berichteten Folgendes:

Palca

Seit Mitte März lebt Peru im Ausnahmezustand. Dieser Zustand wurde jetzt schon viermal verlängert und hat aktuell bis 24.05. Gültigkeit. Manche sprechen allerdings schon von einer Verlängerung bis 11. Juni. Aktuell hat Peru 94.933 Infizierte (Stand 19.05.), 2.789 sind verstorben.

Ausnahmezustand heißt: zu Hause bleiben, nur für Einkäufe darf eine Person auf die Straße, je Wochentag, eine Frau oder ein Mann, jeweils mit Maske. Der öffentliche Verkehr ist total eingestellt, dadurch ist Reisen unmöglich. Die Schulen sind geschlossen, man versucht etwas virtuellen Unterricht durch den Staat. Gottesdienste finden nur im Internet statt.

In Palca selbst gibt es keine Infizierten, in der Provinz Tarma jedoch 76. Dass die Vorschriften eingehalten werden, kontrolliert die Polizei und das Militär. Zuwiderhandlungen führen zu Verhaftungen. Damit die Menschen ohne Einkommen überleben, zahlt der Staat monatlich eine Unterstützung.

Das Comité kann sich wegen der strengen Vorschriften nicht treffen und kommuniziert nur per WhatsApp bzw. Telefon. Wer von den Behörden bei den Unterstützungsleistungen vergessen wurde, bekommt vom Comité in Palca, soweit möglich, notwendige Lebensmittel. Landwirtschaftliche Arbeit ist möglich. Bis 8 Uhr morgens muss man auf dem Acker sein und bis 18 Uhr wieder zu Hause. Ab 18 Uhr gilt eine strenge Ausgangssperre.

Navarrenx

Wie für alle Bewohner in Frankreich hatte die Regierung auch für die Einwohner von Navarrenx sowie die umliegenden Dörfer eine Ausgangssperre verhängt. Es war nur noch möglich, mit einer vom Arbeitgeber ausgestellten Bescheinigung oder einer Eigenerklärung sein Haus zu verlassen. Diese Bescheinigung musste mit dem Datum, der Uhrzeit sowie einer Unterschrift versehen sein.

Alle Geschäfte, Cafés, Restaurants, Kinos, Konzertsäle wurden geschlossen. Nur Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Tabakläden blieben auf. Auch waren hiervon die Schulen und Ämter betroffen. Dazu gab es ein Besuchsverbot für Bewohner von Altersheimen und Insassen von Gefängnissen.

Wertstoffabfälle konnten nicht mehr eingesammelt werden, nur der Haushaltsmüll wurde weiterhin abgeholt. Die Postämter wurden geschlossen und die Post nicht jeden Tag ausgetragen. In vielen Dörfern in der Nähe von Navarrenx haben die Bürgermeister Mundschutz und Atemschutzmasken verteilt. Auch haben viele Bewohner freiwillig Masken genäht und an diejenigen verteilt, die keine hatten.

Hier hat man den Eindruck, dass das Leben stillsteht. Die Leute haben die Vorschriften gut eingehalten und unsere Region wurde zum Glück kaum von der Pandemie des Covid 19 betroffen.

Die Ausgangsbeschränkung kam während der Kommunalwahlen, die noch nicht beendet waren, weswegen kein gewählter Stadtchef sein neues Amt bis zum zweiten Wahlgang antreten kann. Daher sind ihre "Vorgänger" bis zur Amtsübergabe noch immer am selben Platz.

Das geschah auch in Navarrenx, wo Frau Nadine Barthe zur Bürgermeisterin gewählt wurde. Sie ist die Nachfolgerin von Herrn Jean Baucou, der sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatte.

Seit 11. Mai 2020 sollten schrittweise Schulen und Geschäfte wieder geöffnet werden. Restaurants und Cafés blieben weiterhin geschlossen. Die Schulen, die jedoch nicht die geforderten Sicherheits- und Gesundheitsforderungen gewährleisten können, blieben  ebenfalls geschlossen. Es sind auch noch keine gemeinschaftlichen Sportaktivitäten wie Basketball, Rugby, Fußball usw. erlaubt.

Wie überall besteht auch hier die Befürchtung, dass man die Vorsichtsmaßnahmen nicht genügend einhält . . .

Vecsés

Der erste offiziell registrierte Fall in Ungarn wurde von Ministerpräsident Viktor Orbán am 4. März gemeldet. Am 11. März wurde danach die Notfallsituation angekündigt, mit der ein besonderer Rechtsfall im ganzen Land in Kraft getreten ist.

In Vecsés, unter der Leitung des Bürgermeisters Csaba Szlahó, wurde eine lokale Arbeitsgruppe mit Vertretern des Stadtrates und der örtlichen Institutionen ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe passt die lokal notwendigen Maßnahmen den ländlichen Vorschriften und Ereignissen an und unterstützt damit die Einwohner der Stadt. Es gibt Hilfsangebote für bedürftige und ältere Einwohnerinnen und Einwohner, die beim Einkauf oder anderen Tätigkeiten unterstützt werden. Eine Telefon-Hotline wurde hierfür eingerichtet. Zudem gibt es einen Seelsorge-Dienst für alle, die in diesen schweren Zeiten Unterstützung benötigen.

Veranstaltungen sind verboten, Bibliothek und Kulturzentrum seit März geschlossen. Auch der Unterricht an den Schulen ist seit Mitte März nur noch für Kinder möglich, deren Unterbringung tagsüber nicht gelöst werden konnte. Für alle anderen findet der Unterricht digital statt. Unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen haben die Abiturprüfungen Anfang Mai angefangen. Die Kindergärten und -krippen sind ebenso geschlossen, ein Bereitschaftsdienst steht auch hier zur Verfügung.

Seit Ende März gibt es Ausgehbeschränkungen im ganzen Land. Lediglich für den Weg zur Arbeit oder für wichtige Einkäufe darf die Wohnung verlassen werden. Öffentliche Plätze und Straßenmöbel werden ständig desinfiziert. Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien und Märkte sind geöffnet. Für Senioren wurden separate Öffnungszeiten eingerichtet. Anfang Mai wurden die Einschränkungen ein wenig abgemildert. Alle Vorschriften wurden in einem Informationsheft zusammengefasst und an die Einwohnerinnen und Einwohner in Vecsés verteilt.

In Vecsés ist ein beispielloser Zusammenhalt zu beobachten. Viele Freiwillige und Vereine haben ihre Hilfe angeboten, Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und Apotheken liefern bei Bedarf auch direkt nach Hause.

Bürgermeister Csaba Szlahó ist zuversichtlich: "Wir lassen niemanden alleine."


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