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Bemühungen zur Ansiedlung des Steinkauzes endlich erfolgreich


Sechs Jungvögel wurden beringt

Drei Steinkauzjunge auf einem Ast
Diese kleinen „Ästlinge“ können noch nicht fliegen und klettern daher im Baum herum.

Der Steinkauz ist in Rheinstetten angekommen! Seit 2014 bemühte sich Stefan Eisenbarth, den Steinkauz nach Rheinstetten zu locken. Damals schon wurden 28 Steinkauzröhren an Streuobstbäumen angebracht, jährlich von Eisenbarth und Stadtbetriebs-Mitarbeiter Jürgen Imdieke gereinigt und kontrolliert. Immer mal wieder gab es auch einzelne Bruten. Erstmals konnten nun in diesem Jahr aus zwei Bruten sechs junge Steinkäuze beringt werden.

Der Steinkauz ist eine streng geschützte, kleine Eulenart, die sehr unter dem Verlust von Lebensraum leidet. Offene Landschaften, Streuobstwiesen mit altem Baumbestand und Höhlungen zählen hierzu. Der Steinkauz gehört zu den sogenannten Ansitzjägern. Man sieht ihn von einem seiner Ansitze blitzartig zu Boden fliegen, um Nahrung zu erbeuten. Während der Aufzucht der Jungen jagen sie nicht nur Mäuse, sondern auch viele Insekten, Amphibien und Regenwürmer. Nacheinander füttert das Weibchen die jungen Steinkäuze mit der erbeuteten Nahrung. Die Jungvögel verlassen ihre Bruthöhle schon bevor sie fliegen können und klettern im Baum umher. In diesem Stadium werden sie als Ästlinge bezeichnet.

Früher trug der Steinkauz den Namen „Totenvogel“. Das kam daher, weil er zum einen oft auf Friedhöfen mit altem Baumbestand zu finden war. Zum anderen war es zu früheren Zeiten ungewöhnlich, dass des Nachts in Wohngebäuden Licht brannte. Es wurde damals nur an Krankenlagern entzündet und lockte Insekten an, die wiederum den Steinkauz köderten. Im alten Griechenland galt der Steinkauz als Vogel der Weisheit. Ihm ist auch die Redensart „Eulen nach Athen tragen“ zu verdanken. Wahrscheinlich ist sie auf den alten griechischen Drachmen bezogen und soll wohl bedeuten, dass in Athen genug Geld vorhanden war und es schlichtweg nicht nötig sei, noch mehr davon in die Stadt zu tragen. Bis heute ist auf der griechischen 1-Euro- Münze der Steinkauz abgebildet.

Dass in Rheinstetten der Natur- und Artenschutz großgeschrieben wird, erkennt man daran, dass bereits 1987 die Biotopvernetzung in der Rheinniederung begonnen hat. Ständige Bemühungen zur Lebensraumverbesserung für die Tier- und Pflanzenwelt stehen jährlich auf dem Programm, mehrere tausend Streuobstbäume wurden angepflanzt, neue Wiesen angelegt und auch der Weißstorch wurde erfolgreich wieder in Rheinstetten angesiedelt.


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