Beim Müll in Rheinstetten bleibt fast alles beim Alten

| Aus dem Gemeinderat


Gemeinderäte wollen Betrieb des Wertstoffhofes in der Stadt behalten / Einführung der Biotonne

Die Abfallwirtschaft, also das Sammeln, Sortieren, Verwerten und/oder Behandeln und Deponieren von Abfällen, liegt im Allgemeinen in der Verantwortung der Kreise. Kommunen wie Rheinstetten kümmern sich in Kooperation mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Karlsruhe dabei auch um Abfallberatung, wilde Müllablagerungen, Betriebe von Wertstoffhöfen und Grünabfallsammelplätzen. Vor einiger Zeit befasste sich der Gemeinderat Rheinstetten in seinem Ausschuss für Umwelt und Technik damit, welche Aufgaben im Feld der Abfallwirtschaft weiter kommunal mitübernommen werden sollen. Dazu lagen zwei Vorschläge auf dem Tisch: Der erste sah die Kündigung und Rückgabe aller, beziehungsweise einzelner, bei der Stadt verbliebenen Aufgaben wie Abfallberatung, wilder Müll sowie Betrieb von Wertstoffhof und Grünabfallsammelplatz vor, der zweite die Beibehaltung der bisherigen Regelung. Da beim Betrieb des Wertstoffhofes jährlich Defizite bestehen, standen vor allem diese Leistungen und der Mehraufwand im Mittelpunkt.

Letztlich beließen die Gemeinderäte alles bei der bisherigen Regelung bei der Abfallberatung sowie im Bereich wilder Müll und Betrieb des Wertstoffhofes/Grünabfallsammelplatzes. Nicht zuletzt deshalb, weil man weiterhin die großzügigen Öffnungszeiten und Abgabemöglichkeiten beibehalten möchte. Weiterhin wurde beschlossen, die Betriebsführung des Wertstoffhofes/Grünabfallsammelplatzes öffentlich auszuschreiben.

Insgesamt wandte die Stadt Rheinstetten 2018 im Bereich ihrer gesamten Abfallwirtschaft rund 240.000 Euro auf. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises erstattete für die Leistungen der Stadt Rheinstetten rund 160.000 Euro. Dazu erhält die Stadt noch rund 20.000 Euro für die Reinigung der Glascontainer-Standorte von den Dualen Systemen und 16.500 Euro von Betreibern von Altkleidercontainern. So verbleibt alljährlich ein Restbetrag von rund 40.000 Euro bei der Stadt.

Wie in den anderen Kommunen des Landkreises wird ab 2021 in Rheinstetten die Biotonne eingeführt. Dazu wird, wie Oberbürgermeister Sebastian Schrempp ankündigte, in den kommenden Monaten vom Abfallwirtschaftsbetrieb eine Informationskampagne gestartet, die durch die Abfallberatung der Stadtverwaltung unterstützt wird. Klar ist, so Monika Friton, verantwortliche Sachgebietsleiterin bei der Stadt Rheinstetten, dass durch die Einführung der Biotonne zusätzliche Aufgaben auf die Mitarbeiterinnen zukommen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises rechnet mit zehn Prozent Mehraufwand, der voraussichtlich für zusätzliche Beratung anfallen wird. Pro Einwohner, so Friton, wird daher die Erstattung des Abfallwirtschaftsbetriebs um rund 15 Cent für diese Beratungsleistung erhöht. Neben der Einführung der Biotonnen, deren Bestellung für die Haushalte nicht verpflichtend ist, besteht für die Bürger noch die Möglichkeit, selbst zu kompostieren oder auf den Grünabfallsammelplätzen während der üblichen Öffnungszeiten kostenfrei ihren Bioabfall entsorgen zu können. Dazu werden dort vom Landkreis spezielle Sammelboxen und Bioabfallsäcke bereitgestellt.

Sebastian Schrempp rechnet nicht damit, dass die Bürger das neue Angebot des Landkreises bei der Entsorgung von Küchenabfällen bereits ab 2021 flächendeckend in Anspruch nehmen. Ausnahme werde vermutlich die neue Stadtmitte sein, wo sich vermutlich viele Bürger aufgrund der Geschosswohnungsbauweise der Häuser überlegen würden, gleich mit ihrem Einzug die Biotonne anzufordern. Anders sehe dies bei Bürgern mit Häuschen und größerem Grundstück aus, die schon längst Teile ihres Biomülls kompostierten.(m.f.G.d.BNN)


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