15. Erklärung des Oberbürgermeisters Sebastian Schrempp zur aktuellen Lage

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Passbild Oberbürgermeister Sebastian Schrempp

was für ein Durcheinander hat unseren Alltag in den letzten Wochen begleitet. Dabei haben Verlässlichkeit, Weitblick, Beständigkeit und mitunter Beharrlichkeit unseren Staat bisher ausgezeichnet. Im Guten wie im Schlechten. Aber diese Werte haben stark gelitten. Zu oft sind diese Werte in den letzten Wochen für eine schnelle und laute Schlagzeile durch Lokal-, Landes- oder Bundespolitiker geopfert worden.

Läden auf, Läden zu, rein in den Lockdown, raus aus dem Lockdown, Ruhetag - dann lieber doch nicht, Impfung ja - aber..., Testung für alle - aber wo, Schulen und Kindergärten mal so, dann doch lieber so, die 44-seitige (!!!) Corona-Verordnung des Landes ändert sich 3x in einem Monat... Und es treten wieder so viele Ungereimtheiten an den Tag, dass die Akzeptanz der Regelungen auf eine weitere große Probe gestellt wird.

Ja, auch ich habe Zweifel an einigem, was die Infektionszahlen niedrig halten soll. Ich bin von vielem aber auch überzeugt. Nach 13 Monaten Pandemie sollte uns aber endlich gemeinsam gelingen, die Auswirkungen auf unser Land nicht nur weiter zu verwalten sondern auch aktiv zu gestalten.

Warum müssen wir bei der Bewältigung dieser Pandemie viele Dinge (z.B. den Einzelhandel, die körpernahen Dienstleistungen und die Gastronomie) über einen Kamm scheren und einfach mal alles untersagen - anstatt die guten Hygienekonzepte zu würdigen?

Dem Ganzen kann sich keiner entziehen, wir sitzen alle im selben Boot.

Und so schaukeln wir in unserem Schiff "Rheinstetten" in den sich überschlagenden Wellen der Verordnungen, Gebote und Verbote hin und her. Die gegenläufigen Strömungen und Strudel der Experten und derer, die sich für die wirklichen Experten halten, machen das Steuern in den Hafen nicht einfacher.

Mein Hafen in diesen Wochen ist nicht das Land. Mein Hafen ist auch nicht der Bund. Mein Hafen ist mehr denn je unsere Stadt. Hier, wo die Menschen das umsetzen, was in Stuttgart und Berlin beschlossen wird - leider oft, ohne sich über die konkrete Ausführung vor Ort Gedanken zu machen.

Es sind genau die Städte und Gemeinden, die mit ihrem Handeln vor Ort seit über einem Jahr zeigen, wie mit bescheidenen Mitteln und mit großem ehrenamtlichen Engagement der Bürgerinnen und Bürger das Beste aus den Beschlüssen von Bund und Ländern gemacht werden kann.

Gemeinsam im Wirken mit den hauptamtlich Beschäftigten unserer Stadt werden hier in Rheinstetten seit Wochen Testungen für alle Mitarbeitende im Bereich der Schulen und Kindergärten durchgeführt. Ich danke den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt, die sich in der richtigen Anwendung von Corona-Schnelltests haben schulen lassen und seit Wochen zusätzlich zu ihrer eigentlichen Arbeit Abstriche in Kindergärten und Schulen an dem dort eingesetzten Personal durchführen. In der Woche vor den Osterferien wurde gar innerhalb kürzester Zeit ein Testangebot für alle Schülerinnen und Schüler unserer städtischen Schulen organisiert und auf freiwilliger Basis durchgeführt. So konsequent haben das nur wenige Gemeinden in Baden-Württemberg geschafft.

Gemeinsam werden im Schulterschluss des DRK Neuburgweier, des DRK OV Forchheim e.V., der DLRG Südhardt e. V., der Freiwilligen Feuerwehr Rheinstetten und der Stadt Rheinstetten kostenlose Bürgertestungen in der Keltenhalle angeboten. Auch hier gilt mein Dank den vielen Aktiven, die am Wochenende ehrenamtlich Dienst machen und die Zeit für Schulungen aufbringen. Unter der Woche sind auch die Ärzte und Apotheken für uns da und bieten an vielen Stellen Testungen an.

Gemeinsam organisieren Ehrenamtliche des L-I-S-A-Netzwerkes Impftermine für Menschen, die es aus eigener Kraft nicht schaffen, einen solchen zu erhalten. Vielen konnte ein Termin im Impfzentrum in der Neuen Messe Karlsruhe organisiert werden.

Zusätzlich habe ich 1800 Menschen über 80 Jahre angeschrieben und über einen Impftermin in unserer Keltenhalle informiert. 150 Menschen konnten gestern Dank des großen Engagements der Ehrenamtlichen in der Keltenhalle geimpft werden. Nächste Woche kommen noch einmal 80 Personen hinzu. Das ist eine großartige Leistung, vielen Dank!

Bei aller Diskussion um die Impfungen oder die Testungen ist es mir ein Anliegen, all den Menschen zu danken, die sich ehrenamtlich hier einbringen und Hilfe leisten. Weil sie davon überzeugt sind, dass dies das Richtige ist. Weil sie davon überzeugt sind, dass dies wichtig ist. Und weil sie sehen, wie gut es ist, gemeinsam anzupacken und Dinge zu organisieren und auch durchzuführen. Anstatt nur zu schreiben und nach anderen zu rufen.

Danke an Euch in den Vereinen, in den Rettungsorganisationen, in unseren Kirchengemeinden und in unserer Nachbarschaft. Danke für das Helfen und Anpacken.

Das gibt auch mir neue Kraft für die Arbeit. Ja, diese brauche auch ich dringend, denn spurlos gingen die letzten 13 Monate nicht an mir vorbei. Die nächsten Monate werden uns alle auch noch fordern - aber gemeinsam geht das besser. Danke für das Zusammenhalten.

Herzlichst

Ihr

 

Sebastian Schrempp


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