Landschaftspflege

Landschaftspflege sichert unsere Kulturlandschaft

Rinder auf der Weide

Wilde Natur gibt es in Mitteleuropa außer in einigen Alpenregionen schon lange nicht mehr, unsere Landschaft ist seit vielen Jahrhunderten intensiven Einflüssen des Menschen ausgesetzt. Vor allem durch frühere land- und forstwirtschaftliche Nutzungen ist das heutige Landschaftsbild, sind viele wertvolle Biotope mit ihrem charakteristischem Arteninventar entstanden. Heutige „moderne“ Nutzungen gefährden viele dieser Biotope, sei es durch zu intensive Nutzung, oder auch durch fehlendes Nutzungsinteresse.

Hier setzt der Naturschutz mit Landschaftspflegemaßnahmen an, mit denen eine naturnahe, gebietstypische Kulturlandschaft erhalten und weiterentwickelt werden soll. Dies erfolgt durch vielfältige Maßnahmen. Dazu gehören ein fachgerechter Schnitt der heranwachsenden Obstbäume, die Verjüngung von Feldhecken, das Nachpflanzen abgestorbener Bäume, die Mahd von Hochstaudenfluren oder auch die Beseitigung unerwünschter Verbuschungen. Auch die Landwirte spielen eine wichtige Rolle. Durch den Abschluss von Extensivierungsverträgen verzichten Sie auf vielen Flächen auf eine intensive Ackernutzung. Stattdessen wurden Wiesen angelegt, die von den Landwirten gepflegt werden.

Früher spielte in Rheinstetten die Tierhaltung in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle – sei es als Arbeitstiere oder zur Milcherzeugung. Beides ist heute verschwunden. Beweidung kann aber bei entsprechender Tierauswahl und Steuerung einen wesentlichen Beitrag zu einer naturschutzorientierten Landschaftspflege leisten. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren wieder eine Beweidung von Flächen in der Rheinniederung mit Hinterwälder Rindern initiiert – eine robuste und leichte Tierrasse, die gerade auch zur Beweidung feuchter Flächen gut geeignet ist.

Nicht auf Anhieb verständlich sind Pflegeeingriffe, die gelegentlich in Feuchtgebieten notwendig werden. Gerade die flachen Kleingewässer verlanden sehr schnell, wobei Lebensräume für spezialisierte Arten verloren gehen. In früheren Zeiten – vor seiner Regulierung – hat der Rhein immer wieder neue Gewässer geschaffen. Dies kann er heute mit seinem festgelegten Flussbett nicht mehr. Um die auf diese Lebensräume angewiesenen Arten zu erhalten, muss deshalb „künstlich“ nachgeholfen werden. Hier wird deshalb von Zeit zu Zeit mit dem Bagger eingegriffen um wieder „junge“ Standortbedingungen zu schaffen. Auch der Naturschutz kommt eben ohne Technik nicht mehr aus.