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Familienforschung

Familienforschung im Stadtarchiv Rheinstetten

Die Geschichte und das Leben der eigenen Vorfahren zu erforschen, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Wer waren meine Vorfahren? Wie haben sie gelebt? Auf diese und weitere Fragen können die Unterlagen in den Archiven Antworten geben.

Im Folgenden stellt das Stadtarchiv Rheinstetten die wichtigsten Unterlagen zur Familienforschung vor. Aufgrund der Kriegsverluste und anderer Umstände ist die Überlieferung, die sich zu Forchheim, Mörsch und Neuburgweier im Stadtarchiv befindet, sehr unterschiedlich. Für die Benutzung gelten Schutzfristen.

Personenstandsunterlagen

Neben den Kirchenbüchern zählen die Personenstandsunterlagen der Standesämter zu den wichtigsten Quellen, um die Abfolge der Vorfahren mit den Geburts-, Heirats- und Sterbedaten nachzuvollziehen.

Die Personenstandsunterlagen gibt es seit 1870 in Baden. Sie bestehen aus den Personenstandsregistern, die die einzelnen Einträge enthalten und den Sammelakten, in denen sich eventuell vorhandener Schriftverkehr zu den Einträgen befindet.

In den Standesämtern sind diese Unterlagen nur unter bestimmten Auflagen zu benutzen. Seit 2009 werden die älteren Unterlagen aber an die Stadtarchive abgegeben und können dort nach Archivrecht weitestgehend ohne Beschränkungen eingesehen werden. Die Fristen für die Abgabe an die Stadtarchive betragen bei den Geburtsregistern 110 Jahre, bei den Eheregistern 80 Jahre und bei den Sterberegistern 30 Jahre.

Kirchenbücher

Die Kirchenbücher werden von den Pfarrern bei den einzelnen Pfarreien geführt. Im Hochstift Speyer, zu dem unsere Pfarrgemeinden gehörten, wurden die Kirchenbücher zu Beginn des 18. Jahrhunderts eingeführt.

Für die Rheinstettener Pfarreien beginnen Sie mit dem Jahr 1708. In anderen Gegenden können die Kirchenbücher bis ins 16. Jahrhundert zurück reichen. Sie sind für die Zeit vor der Einführung der staatlichen Personenstandsregister die einzige Quelle, in der Geburts- (Tauf-), Heirats- und Sterbedaten (Beerdigung) festgehalten sind. Die Originale der Kirchenbücher befinden sich entweder noch in den Pfarrämtern oder bei den jeweiligen Kirchenarchiven. Die Benutzung unterliegt den kirchlichen Schutzfristen (120 Jahre Geburt, 100 Jahre Heirat, 30 Jahre Tod).

Im Stadtarchiv Rheinstetten befinden sich maschinenschriftliche Abschriften der Kirchenbücher der katholischen Pfarreien (St. Ulrich/ Mörsch; St. Martin/ Forchheim, St. Ursula/ Neuburgweier).

Bürgerbücher

In den Bürgerbüchern sind die männlichen Einwohner der Gemeinde aufgeführt, die ihr angeborenes Bürgerrecht  angetreten haben. Vorraussetzung dafür war neben der Volljährigkeit u. a. ein gewisses Vermögen.

Die Einträge in den Bürgerbüchern können neben dem Namen und dem Datum der Bürgerrechtsannahme auch Hinweise auf den Beruf oder z. B. auf eine Auswanderung enthalten. Im Archiv befinden sich Bürgerbücher aller drei Stadtteile, allerdings mit unterschiedlichen Laufzeiten.

Steuerlisten

In den Steuerlisten sind die Steuerpflichtigen mit Namen sowie ihren Berufen aufgeführt. Das aufgeführte Vermögen kann einen Einblick in die Lebensverhältnisse der Person geben.

Die Steuerlisten finden sich u. a. in den Rechnungsbeilagen, die in Rheinstetten aber nur bruchstückhaft überliefert sind.

Auswanderungsakten

In Unterlagen zur Auswanderung können Hinweise auf Familienmitglieder gefunden werden, die ihre Heimat verlassen haben. Unter Umständen enthalten die Akten auch Hinweise auf Familienzusammenhänge sowie Lebensumstände der Auswanderer.

Im Stadtarchiv sind Auswanderungsunterlagen aus Forchheim erhalten.

Militärstammrollen

Die Militärstammrollen enthalten die genaue Aufstellung der in jedem Jahr zur Musterung einzuberufenden Männer des Ortes.

Die Listen wurden unterschiedlich geführt, in manchen Jahren enthalten sie aber ausführliche Angaben auch zu den Familien der jungen Männer.

Für Forchheim sind die Unterlagen ab 1838 erhalten.

Personalakten

Im Stadtarchiv befinden sich die Personalakten der ehemals bei der Stadt bzw. den Vorgängergemeinden beschäftigten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Personalakten geben Einblick in den persönlichen und beruflichen Lebenslauf der Personen.

Sie können unter Berücksichtigung der Schutzfristen eingesehen werden.

Grund- und Lagerbücher

In die Grundbücher werden alle Besitzerwechsel und Grundstücksveränderungen eingetragen. Zu den Grundbüchern existieren die Grundakten, die die dazugehörigen Verträge u. ä. enthalten. In der Regel sind sie mit einem Namensindex erschlossen.

In den Lagerbüchern sind sämtliche Grundstücke der Gemeinde, geordnet nach Gewannen mit ihren Besitzern und der Art der Nutzung, erfasst. Nach ihrer Erstellung wurden die Bücher jeweils fortgeführt. So kann die Geschichte eines Grundstücks, aber auch der Besitz einer Familie über mehrere Generationen nachvollzogen werden.

Die Grund- und Lagerbücher des 19. Jahrhunderts befinden sich im Stadtarchiv, ab 1900 befinden sie sich im Grundbuchzentralarchiv Kornwestheim.

Pfandbücher

Die Pfandbücher sind Unterlagen der freiwilligen Gerichtsbarkeit, die bei den Gemeinden geführt wurden. Durch die Eintragung in die Bücher wurden die Rechtsvorgänge öffentlich beglaubigt.

Die Eintragungen beziehen sich z.B. auf Darlehen, Vormundschafts- oder Erbschaftsangelegenheiten und können daher interessante Aussagen zur Familiengeschichte beitragen. In der Regeln sind sie durch Namensregister erschlossen.

Neben den Pfandbüchern gibt es die Pfandbuchbeilagen, die Unterlagen, wie z. B. Verträge, enthalten.

Von Forchheim und Mörsch sind die Pfandbücher aus dem 19. Jahrhundert überliefert.

Fotografien

Die Fotosammlung des Stadtarchivs besitzt auch Aufnahmen von Privatpersonen oder Gruppen/Vereinen. Gerade bei Klassen- bzw. Kindergartenfotos besteht die Möglichkeit, seine Vorfahren darauf zu finden, insbesondere wenn die Namen der Abgebildeten bekannt sind.