Objekt des Monats

Das Museum wählt jeden Monat ein Objekt aus seiner Sammlung aus und präsentiert es im Eingangsbereich des Museums.

2022

September 2022

Einkochtopf

-1.Hälfte 20. Jahrhundert

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Einkochen als Methode des Konservierens entwickelt. Napoleon ließ dieses Verfahren nutzen, um seine Truppen zu versorgen.

1893 erwarb Johann Carl Weck das von Rudolf Rempel in den 1880er-Jahren in Deutschland patentierte Verfahren und das Alleinverkaufsrecht zur Herstellung von Einkochgläsern und Einkochtöpfen. 1900 gründete er in Öflingen die Firma J. Weck u. Co. Das Verfahren und die Produkte der Firma verbreiteten sich sehr rasch.

Neben den Gläsern und den Gummiringen produzierte die Firma auch Einkochtöpfe. Mittels eines Einkochthermometers konnte die Temperatur kontrolliert werden.

Die modernen Einkochtöpfe funktionieren noch immer nach der gleichen Methode.

August 2022

Maulkorb für Zugvieh

-1.Hälfte 20. Jahrhundert

Als Zugtiere für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge wurden bei uns in früherer Zeit zumeist Kühe oder Ochsen eingesetzt. Damit die Tiere nicht zwischendurch zum Fressen anhielten, wurden ihnen diese aus Draht geflochtenen Maulkörbe übergezogen.

Juli 2022

Getreidemaß

-19. Jahrhundert

In unserem Raum war die historische Maßeinheit für Getreide das Malter. Ein Malter umfasste im Bezirksamt Ettlingen 8 bzw. 10 Simri. Ein Simri betrug 16,53 Liter. Erst 1872 wurde auf das metrische System umgestellt. Das hier gezeigte Getreidemaß misst ein Simri.

 

Juni 2022

Schwimmgürtel

- vermutlich 1950er-Jahre

Der Schwimmgürtel besteht aus Kork und wurde als Schwimmhilfe genutzt. Bereits in der Antike wurde Kork als Auftriebshilfe verwendet. Der Gürtel wurde um den Bauch gebunden und sollte so beim Schwimmen bzw. Schwimmen lernen helfen.

Die Kinder aus unseren Orten badeten in erster Linie im Federbach. Pius Schwarz aus Neuburgweier erinnert sich „Es gab zwei Badeplätze für die Weierer, einer für die Buben und einer für die Mädchen – streng getrennt! Das Badgärdle der Mädchen war etwas weiter bachabwärts als das der Buben. Und so kam es, dass die Buben die Mädchen ärgerten, indem sie im Bach den Schlamm aufwühlten.“

 

Mai 2022

Wäschestampfer

- vermutlich 1950er-Jahre

Das Waschen der Wäsche war bis zur Erfindung der vollautomatischen Waschmaschine Mitte des 20. Jahrhunderts ein sehr aufwändiger Vorgang. Zumeist wurde Soda als Reinigungsmittel verwendet. Die Wäsche musste stundenlang in Waschzubern oder Waschkesseln eingeweicht und gekocht und dann mit verschiedenen Hilfsmitteln, z.B. einem Waschbrett und einer Bürste bearbeitet werden. Eine Erleichterung des Waschvorgangs wurde durch die Erfindung des Wäschestampfers erreicht. Bei dem hier gezeigten Modell wurde durch einen gefederten, in der Glocke angebrachten, siebartig durchlöcherten Teil Luft und Lauge jeweils beim Stampfen angesaugt und durch die Wäsche gedrückt.  Das erleichterte die schwere Arbeit und schonte die Hände der Frauen, die durch das lange Hantieren in der Lauge schnell wund wurden.

 

April 2022

Klappern

- vermutlich 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Nach katholischer Tradition verstummen nach dem Gloria im Gottesdienst am Gründonnerstag bis zum Gloria in der Osternacht die Glocken. Daher läuten die Glocken auch nicht mehr als Einladung zum Gottesdienst. Um die Menschen dennoch zum Gottesdienst einzuladen und an die Gebetszeiten zu erinnern, zogen früher die Ministranten mit den Klappern durch das Dorf. Durch das Bewegen der Klappern entstand ein lautes Geräusch, so dass die Dorfbewohner wussten, dass jetzt Zeit für den Gottesdienst ist. Zusätzlich sangen die Ministranten an verschiedenen Stellen im Ort zum jeweiligen Gottesdienst oder zur Gebetszeit passende Lieder.

Dieser Brauch wurde bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts auch in unseren Pfarrgemeinden gepflegt. Die hier ausgestellten Klappern stammen aus Forchheim.

 

März 2022

Jaucheschaufel aus Holz

Jaucheschaufel

- vermutlich 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Früher besaß jedes Haus eine Jauchegrube. Neben der Jauche aus den Ställen wurden darin auch die menschlichen Fäkalien aus den Aborten gesammelt. Dies änderte sich erst mit dem Bau zentraler Abwasserleitungen.

Diese Jauchegruben mussten regelmäßig geleert werden. Das geschah im Spätjahr oder im Frühjahr, wenn die Jauche als Dünger auf die Felder ausgebracht werden konnte. Dazu wurde ein Jauchewagen, ein sogenannter „Brühkasten“ benötigt. Da die meisten Landwirte keinen eigenen Jauchewagen besaßen, kam dafür der Fuhrmann. Die Jauche wurde aus der Grube in den Wagen geschöpft (später auch gepumpt). Auf dem Feld wurde die Jauche dann mithilfe einer Jaucheschaufel („Brühschaufel“) gleichmäßig verteilt.

 

Februar 2022

Spinnrad

Spinnrad

- vermutlich 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Beim Verspinnen werden lose Fasern durch gleichzeitiges Verdrehen und Auseinanderziehen zu einem Faden verarbeitet. Ursprünglich wurde mit der Handspindeln gesponnen, das Spindelspinnrad gelangte erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts aus dem orientalischen Raum nach Europa. Zunächst wurde die Verwendung des Spindelrades in vielen Zünften verboten. Mit der Handspindel konnten Garne von besserer Qualität hergestellt werden.

Der erste bildliche Nachweis eines (noch handgetriebenen) Flügelspinnrads stammt aus dem Jahr 1480. Ein Fußtritt am Spinnrad ist erst ab der Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt.

Auch mit der Industrialisierung hatte das Spinnrad nicht ausgedient. In den Haushalten, insbesondere im ländlichen Raum, wurden weiterhin die Spinnräder zur Herstellung von Garnen aus Flachs, Hanf oder Wolle genutzt.

Das Sprichwort „Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen - Spinne am Abend erquickend und labend“ bezog sich ursprünglich nicht auf das Tier , sondern auf die Tätigkeit des Spinnens. Spinnen am Morgen, das Erwerbszwecken diente und den ganzen Tag weitergeführt wurde, brachte aufgrund des geringen Verkaufswertes von Garn nicht viel ein und verringerte deswegen die Sorgen nicht wesentlich. Begann jemand erst abends das Spinnen, tat er dies meist in geselligem Rahmen.

 

 

Januar 2022

Schlittschuhe zum Anklemmen an die Sohle

Schlittschuhe

- vermutlich 1950er-Jahre

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde diese Form der Schlittschuhe genutzt. Die Gleituntersätze, hier hergestellt durch die Firma Hudora, wurden mittels zweier Schraubzwingen und eines Steckschlüssels an der Vordersohle und dem Absatz der Winterschuhe befestigt. So mancher Absatz gab mit der Zeit unter der Belastung nach und brach ab. Daher wurden diese Schlittschuhe im Volksmund auch „Absatzreißer“ genannt.

 

 

2021

Dezember 2021

Papierkrippe

Papierkrippe

- 20. Jahrhundert

Die Papierkrippe wurde zur Weihnachtszeit aufgestellt und mit einer Kerze hinterleuchtet. Auf der Vorderseite ist die Krippenszene mit Maria und Josef und den Hirten im Stall abgebildet, auf der linken Seite die Verkündigung der Hirten auf dem Feld durch die Engel und auf der rechten Seite findet sich die Darstellung der Hl. Drei Könige.

Aus dem Spätmittelalter sind die ersten figürlichen Krippendarstellungen bekannt. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts verbreitete sich sowohl in evangelischen als auch katholischen Familien der Brauch, in der Weihnachtszeit Hauskrippen aufzustellen.

 

November 2021

Perlkranz

Perlkranz

- vermutlich 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Perlkränze wurden zwischen den 1870er- und 1950er-Jahren vor allem in Süddeutschland als Grabschmuck verwendet. Üblicherweise wurden sie an Allerheiligen auf die Gräber gestellt.

Ausgehend von französischen Vorbildern wurden Kränze aus Draht und Glaskügelchen gefertigt.

Die Perlen wurden in Handarbeit auf Drähte gespießt und diese zu kunstvollen Formen gebogen. Häufig wurden Blumenmotive verwendet. In der Mitte der Kränze wurden vielfach ovale Mittelstücke mit Heiligenbildern oder Sinnsprüchen eingearbeitet.

Oktober 2021

Rübenhobel

Rübenhobel

- vermutlich 1. Hälfte 20. Jahrhundert

Der Hobel diente zum Zerkleinern der Futterrüben, auch Dickrüben genannt. Dazu wurde er in eine Wanne gestellt und die Rüben wurden von Hand darauf gerieben. Die geschnittenen Rüben wurden als Viehfutter verwendet, insbesondere für die Rinder. Die Unterscheidung in Nahrungs- und Futterrübe entwickelte sich erst Mitte des 18. Jahrhunderts. Die durch Selektion entstandenen Futterrüben zeichneten sich unter anderem durch eine besonders gute Lagerfähigkeit aus.