Turmfalken gehörten zu den bekanntesten Vogelarten, ihr charakteristischer Rüttelflug, mit dem sie auf der Stelle in der Luft stehend nach Beute Ausschau halten, macht sie unverwechselbar. Sie sind zwar noch vergleichsweise häufig anzutreffen, dennoch bereiten ihnen unsere modernen Bauweisen zunehmend Probleme bei der Wohnungssuche. Die Stadt Rheinstetten hat deshalb seit Jahren etliche Nistkästen an Gebäuden angebracht und betreut diese in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund.
Einer der beliebtesten Kästen befindet sich am Betriebsgebäude des Stadtbetriebs in der Rheinaustraße in Mörsch. Dort hat die Stadt 2007 anlässlich der Kür des Turmfalken zum Vogel des Jahres erstmals eine Kamera installiert, damit alle Naturliebhaber während der Brutzeit das Familienleben dieser interessanten Vögel rund um die Uhr live erleben können.
Im Laufe des Aprils legt ein Turmfalkenweibchen im Regelfall vier bis sechs Eier und brütet 29 Tage lang. Nachdem die Jungen geschlüpft sind, werden sie gut vier Wochen lang gefüttert. Anschließend verlassen sie das Nest, werden aber noch weitere vier Wochen von den Eltern begleitet und gefüttert. Danach suchen sie sich ein eigenes Revier. Charakteristisch für die Turmfalken ist der Rüttelflug, dabei stehen sie in der Luft und schlagen die Flügel schnell und ruckartig auf und ab. Mit dieser Technik werden aus einer Höhe von 10 bis 20 Metern vorrangig Mäuse gejagt. In mäusearmen Zeiten erbeuten Turmfalken auch einmal kleinere Vögel. Darüber hinaus stehen Eidechsen und Insekten und gelegentlich Regenwürmer auf der Speisekarte.
Dank der Biotopvernetzungsmaßnahmen bietet die Rheinstettener Landschaft noch ein reiches Nahrungsangebot. Zusammen mit der städtischen „Wohnungsbauhilfe“ ist deshalb sichergestellt, dass der Vogel des Jahres regelmäßig auf der Jagd gesichtet werden kann. Insgesamt ergibt sich für Rheinstetten ein beachtlicher Gesamtbestand von im Schnitt 10 bis 15 Paaren.
Einblicke in unseren Turmfalken- /Schleiereulenkasten