Ausgesprochen schön und nur für Mäuse gefährlich - Schleiereulen gehören zu den eindrücklichsten Gestalten unserer Vogelwelt. Als Kulturfolger brüten sie ausschließlich in Gebäuden, wodurch sie in eine fatale Abhängigkeit vom Menschen geraten sind. Gab es früher in Form landwirtschaftlicher Schuppen und offener Dachböden eine Vielzahl von Brutplätzen, führten Abriss und Sanierungen allmählich zu einer eklatanten Wohnungsnot.
Seit über 20 Jahren werden deshalb in Zusammenarbeit von Naturschutzbund und Stadtverwaltung Rheinstetten Nistkästen an landwirtschaftlichen Gebäuden und in Kirchtürmen angebracht. Deshalb gibt es auch genaue Statistiken über die Bestandsentwicklung. Aktuell werden über die Siedlungsbereiche verteilt 18 Nistkästen betreut.
Schleiereulen haben bei Schnee große Probleme Nahrung zu finden, bleiben ihrem Revier aber dennoch treu. Langanhaltende Schneelagen führen deshalb immer zu starken Bestandseinbrüchen. In solchen Situationen bringt der Stadtbetriebs an verschiedenen Stellen in der Landschaft Strohschüttungen aus. Dadurch werden Mäuse auf den Schnee gelockt, die dann leichter gejagt werden können. Daneben angebrachte Ansitzstangen erleichtern die Jagd zusätzlich.
Trotz aller Maßnahmen wird der Bestand der Schleiereulen stark von klimatischen Einflüssen bestimmt. Milde Winter begünstigen die Erhöhung der Brutpaarzahl. Dies funktioniert aber nur, wenn auch eine naturnahe Landschaft mit reichem Nahrungsangebot sowie ausreichend Nistplätze zur Verfügung stehen. Der langjährige Einsatz der Stadt im Rahmen der Biotopvernetzung und der Brutplatzbetreuung zeigt, welche Erfolge auch auf einer relativ kleinen Gemarkungsfläche möglich sind.
Ein großer Dank der Stadtverwaltung gilt dabei auch allen Bürgern und Institutionen, die Ihre Gebäude zur Anbringung von Nistkästen bereit gestellt haben.
Einblicke in unseren Turmfalken- /Schleiereulenkasten