"Wir wollen keine Entwicklungshilfe, sondern an einer Wirtschaft teilhaben, die uns ein würdiges Leben ermöglicht".
Diese Aussage eines Maya-Bauern hat sich der Arbeitskreis „Eine Welt“ zur Leitlinie seiner Arbeit gemacht. Das Mittel zu diesem Ziel ist der Faire Handel. Nach der Devise der Lokalen Agenda - "Global denken - lokal handeln" - sollen deshalb hier in Rheinstetten die Ziele des Fairen Handels vermittelt und seine Produkte in die Einkaufskörbe gebracht werden. Durch Aktionen und gezielte Informationen möchte der AK „Eine Welt“ zur Bewusstseinsentwicklung in der Bevölkerung beitragen.
Ein aktuelles Projekt ist die „Rheinstettener Geschenkkiste“. Gefüllt mit Produkten aus fairem Handel gibt es die attraktive gestaltete Geschenkbox zu einem Preis ab 20 Euro als ideales Geschenk für Geburtstage, Jubiläen und andere Anlässe.
Die Rheinstettener Stadtverwaltung unterstützt diese Arbeit tatkräftig. Ein wichtiger Meilenstein für ein konsequentes Handeln im Alltag der Stadtverwaltung war 2004 der Erlass der "Dienstanweisung zum Kauf fair gehandelter Waren". Diese verpflichtet alle städtischen Beschäftigten bestimmte Waren ausschließlich aus Fairem Handel zu beschaffen. Zudem hat sie eine intensive Auseinandersetzung mit dieser Thematik bewirkt. Nach außen hat die Dienstanweisung Vorbildcharakter für Bürger, Vereine und Unternehmen in Rheinstetten. Überregional dient sie als Vorbild für vergleichbare Aktivitäten anderer Kommunen.
Anerkennung für die gemeinsame, erfolgreiche Arbeit – "Hauptstadt des fairen Handels"
Motivation für die Arbeit ist das gemeinsame Ziel, aber auch die Anerkennung von außen. So erhielt Rheinstetten beim bundesweiten Wettbewerb "Hauptstadt des fairen Handels" 2003 einen Sonderpreis und 2005 einen 3. Preis. Hinzu kommen verschiedene Auszeichnungen und Preise des Landes Baden-Württemberg für innovative Projekte der Lokalen Agenda 21. In verschiedenen Publikationen wurden gemeinsame Projekte als hervorragende Beispiele von Lokalen Agenda 21 - Projekten vorgestellt.
"Johannesburger Erklärung" und
"Global denken - lokal handeln" - Motto der Lokalen Agenda 21
2002 wurde mit der Verabschiedung der Rheinstettener Erklärung die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Ländern des Südens als Ziel von Verwaltung und Politik verankert. Rheinstetten schließt sich damit der Johannesburger Erklärung von 2002 an, in der sich die Kommunen weltweit verpflichten, den Marktzugang für Waren aus Entwicklungsländern zu stärken.
Viele kleine Schritte sind seitdem in enger Zusammenarbeit zwischen dem Arbeitskreis "Eine Welt" und der Stadtverwaltung erfolgt:
- Einführung von Storchenkaffee in Vereinen, Betrieben und Stadtverwaltung
- Jährliche Aktionen im Rahmen der "Fairen Woche"
- Ausstellungen und Informationsabende
- Beteiligung an internationalen Kampagnen wie "Fit for fair"
- Präsenz bei Vereinsfesten und Messen u.v.m.
Wir sind der festen Überzeugung, dass der Faire Handel die Armut mindert und dazu beiträgt, die UN-Milleniumsziele 2015 zu erreichen.